29.05.2009
Herausgeber: netzeitung.de
In Gorleben protestieren Groß und Klein gegen das geplante Endlager
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die «Erkundungslüge» sei aufgeflogen, sagen Atomkraftgegner in Gorleben, seit das Bundesamt für Strahlenschutz einräumen musste, dass das Endlager längst vorbereitet wird. Hunderte kamen zur Demonstration dagegen.
Atomkraftgegner haben am Freitag ihrer Wut darüber Ausdruck verliehen, dass im Gorlebener Salzstock schon Vorbereitungen Endlager getroffen wurden, ohne dass dies Lager überhaupt genehmigt wurde. Hunderte Männer, Frauen und Kinder aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg und von weiter her protestierten in Gorleben. Am Vortag war ein Papier des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) bekannt geworden, das eine Vorfestlegung auf Gorleben als Endlager bestätigte. Bislang war nur die Erkundung des Bergwerkes im niedersächsischen Wendland genehmigt worden.
Das BfS räumt ein, dass der Salzstock teilweise bereits als Endlager für hoch radioaktiven Atommüll vorbereitet wurde. Die Schächte sowie die Größe der Salzhalde und der Gebäude seien im Hinblick auf eine spätere mögliche Nutzung als Endlager geplant, hieß es. Das Bundesamt betont, dass der Ausbau bergrechtlich genehmigt und vom Bundesverwaltungsgericht 1990 auch für zulässig erklärt wurde.
Die vor rund 30 Jahren begonnene Eignungserkundung soll bisher 1,5 Milliarden Euro gekostet haben. In der großen Koalition wird seit langem darum gestritten, ob nach Alternativen zu Gorleben gesucht werden soll. Für die Atomkraftgegner ist mit dem Papier die «Erkundungslüge» aufgeflogen. Sie vermuten, dass das Endlager längst heimlich als «illegaler Schwarzbau» existiert.
Mit Spitzhacken und Schubkarren machten sie sich am Freitag auf den Weg zum Erkundungsschacht Gorleben. Einige der rund 500 Demonstranten kletterten über hohe Sicherheitszäune - und wurden von der Polizei wieder von Gelände geholt. (dpa/nz/AP)