Internes BfS-Papier: 

netzeitung.deGorleben soll zum Endlager ausgebaut sein

 Herausgeber: netzeitung.de

Brennelemente-Lager in Gorleben (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Brennelemente-Lager in Gorleben
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Atomkraftgegner fühlen sich durch ein internes Papier des Bundesamtes für Strahlenschutz bestätigt, aus dem die «Frankfurter Rundschau» zitiert: Demnach wurde der Salzstock in Gorleben schon teils illegal zu einem Endlager ausgebaut.

Der Salzstock im niedersächsischen Gorleben ist einem Bericht der «Frankfurter Rundschau» zufolge bereits seit Mitte der 80er Jahre teilweise illegal zu einem Atom-Endlager ausgebaut worden. Dies gehe aus einer internen Bewertung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter hervor. Bisher gibt es für Gorleben nur Genehmigungen zur untertägigen «Erkundung», ob der Salzstock für ein Endlager geeignet ist. Das BfS, das dem Bundesumweltministerium unterstellt ist, ist Gorleben-Betreiber.

In dem Papier heißt es dem Bericht der «FR» zufolge, die Kosten für die Untersuchung des Salzstockes auf seine Eignung als Endlager seien seit Mitte der 80er Jahre auch deswegen so hoch gewesen, «weil parallel zur Erkundung bereits der Ausbau zum Endlager begonnen wurde». Das Bundesamt für Strahlenschutz wollte die Existenz des Papiers zunächst offiziell nicht bestätigen.

Atomkraftgegner sehen sich durch diese Notiz in ihrer Auffassung bestätigt, dass Gorleben zum Atomendlager gemacht werden sollte, ohne dass die Sicherheit des Salzstockes ausreichend überprüft wurde. «Die Erkundungslüge ist aufgeflogen», sagte Wolfgang Ehmke, der Sprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, der Zeitung. Endlich komme ans Licht, dass nach Abschluss der Tiefbohrungen, also Mitte der 80er Jahre, der Bau des Endlagers begonnen worden sei.

Die Errichtung eines Endlagers ohne Eignungsaussage und ohne Planfeststellungsbeschluss sei aber klar rechtswidrig, betonte BI-Sprecher Ehmke. Die 1979 begonnenen Erkundungsarbeiten in Gorleben wurden im Jahr 2000 von der damaligen rot-grünen Bundesregierung bis 2010 unterbrochen, um das Verfahren zur Suche nach einem Atomendlager wissenschaftlich und politisch auf stabilere Füße zu stellen.

Die Atomgegner fordern den fachzuständigen Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auf, nun auf den Standort Gorleben zu verzichten. Nur dadurch lasse sich das Vertrauen in einen fairen Suchprozess wiedergewinnen. In der Bundesregierung und der Koalition ist umstritten, ob Gorleben sofort weiter erkundet werden oder vorher eine neue vergleichende Standortsuche stattfinden soll. (dpa/nz)