Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Flick-Ausstellung wegen
NS-Vergangenheit abgesagt

25. Mrz 2001 13:18
Der Milliardär Friedrich-Karl Flick wollte seine Sammlung in München zeigen. Doch die Debatte um die Vergangenheit seiner Familie wurde ihm zu lästig.

MÜNCHEN. Flick-Enkel Friedrich-Christian hat die für Sommer 2002 geplante Ausstellung seiner Kunstsammlung im Münchner Haus der Kunst abgesagt. Dies bestätigte dessen Leiter Christoph Vitali in der «Süddeutschen Zeitung» (Wochenendausgabe). Vitali sagte, er bedaure die Absage. Die «Flick-Collection» gilt als eine der wertvollsten Sammlungen der Gegenwartskunst.

Kritiker hatten wegen der Nazi-Nähe seines Großvaters Friedrich Flick zu Bedenken gegeben, die umfangreiche Privatsammlung könnte mit unlauter erworbenem Geld zusammengekauft worden sein. Friedrich-Christian Flick, der in der Schweiz lebt, hatte die Absage damit begründet, angesichts dieser Diskussion würde die Münchner Ausstellung der Kunst und den Künstlern mehr schaden als nützen. Ein objektiver Rahmen für die Auseinandersetzung mit den Werken sei zurzeit nicht gegeben.

Vitali sagte, die Werke wären vielleicht gerade im Haus der Kunst am besten zu diskutieren gewesen. «Ich habe das Gefühl, dass das letztlich ein Stellvertreterkrieg ist.»

Flick beschäftigte Zwangsarbeiter

Der deutsche Rüstungsfabrikant Friedrich Flick war bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen 1947 unter anderem wegen Sklavenarbeit und Beziehungen zur SS verurteilt worden. Er hatte sein Vermögen nach dem Krieg schnell wieder aufgebaut.

Der Enkel, dessen Vermögen auf eine Milliarde Franken geschätzt wird, baut seit den 70er Jahren an einer Kunstsammlung mit Werken von Sigmar Polke, Richard Serra und Martin Kippenberger. Er will für die Sammlung privat ein Museum in Zürich schaffen. (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Afghanistan-Konferenz: 
«Kabul muss konsequenter werden»
Live Top 5
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.