netzeitung.deFlick-Ausstellung wegen NS-Vergangenheit abgesagt

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Der Milliardär Friedrich-Karl Flick wollte seine Sammlung in München zeigen. Doch die Debatte um die Vergangenheit seiner Familie wurde ihm zu lästig.

MÜNCHEN. Flick-Enkel Friedrich-Christian hat die für Sommer 2002 geplante Ausstellung seiner Kunstsammlung im Münchner Haus der Kunst abgesagt. Dies bestätigte dessen Leiter Christoph Vitali in der «Süddeutschen Zeitung» (Wochenendausgabe). Vitali sagte, er bedaure die Absage. Die «Flick-Collection» gilt als eine der wertvollsten Sammlungen der Gegenwartskunst.

Kritiker hatten wegen der Nazi-Nähe seines Großvaters Friedrich Flick zu Bedenken gegeben, die umfangreiche Privatsammlung könnte mit unlauter erworbenem Geld zusammengekauft worden sein. Friedrich-Christian Flick, der in der Schweiz lebt, hatte die Absage damit begründet, angesichts dieser Diskussion würde die Münchner Ausstellung der Kunst und den Künstlern mehr schaden als nützen. Ein objektiver Rahmen für die Auseinandersetzung mit den Werken sei zurzeit nicht gegeben.

Vitali sagte, die Werke wären vielleicht gerade im Haus der Kunst am besten zu diskutieren gewesen. «Ich habe das Gefühl, dass das letztlich ein Stellvertreterkrieg ist.»

Flick beschäftigte Zwangsarbeiter
Der deutsche Rüstungsfabrikant Friedrich Flick war bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen 1947 unter anderem wegen Sklavenarbeit und Beziehungen zur SS verurteilt worden. Er hatte sein Vermögen nach dem Krieg schnell wieder aufgebaut.

Der Enkel, dessen Vermögen auf eine Milliarde Franken geschätzt wird, baut seit den 70er Jahren an einer Kunstsammlung mit Werken von Sigmar Polke, Richard Serra und Martin Kippenberger. Er will für die Sammlung privat ein Museum in Zürich schaffen. (dpa)