Plan der Großen Koalition zu Paintball: 

netzeitung.deSchießen mit Farbkugeln soll verboten werden

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In den USA wird Paintball als professioneller Sport betrieben (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe In den USA wird Paintball als professioneller Sport betrieben
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Sie stellen kriegerische Nahkampf-Szenen nach und zielen mit den Waffen auf den Gegner. Dennoch halten Paintball-Spieler ihren Sport für harmlos. Das sehen einige Politiker anders und wollen ein Verbot durchsetzen.

Die Große Koalition will Paintball-Spiele verbieten, bei denen mit Farbbeuteln auf Menschen geschossen wird. «Paintball ist sittenwidrig. Das wird es in Zukunft nicht mehr geben», sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz, der «Berliner Zeitung».

Bei Gesprächen zwischen dem Bundesinnenministerium und den Innenpolitikern der Unions- und SPD-Bundestagsfraktion am Dienstag sei das Verbot auf Zustimmung gestoßen, berichtete die Zeitung.

Die Arbeitsgruppe der Innenministerien von Bund und Ländern zu waffenrechtlichen Konsequenzen aus dem Amoklauf von Winnenden empfahl dem Blatt zufolge, die Veranstaltung derartiger Spiele, die auch «Gotcha» genannt werden, als Ordnungswidrigkeit zu ahnden. Dasselbe solle für die Spieler gelten und für diejenigen, die Spielanlagen zur Verfügung stellten. Ein Verstoß solle mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro belegt werden.

Gefahr der Verharmlosung von Gewalt
«Bei diesen sogenannten Spielen besteht die Gefahr, dass Gewalt verharmlost wird und hierdurch Hemmschwellen zur Gewaltanwendung abgebaut werden», zitierte die «Berliner Zeitung» aus einem Ergebnispapier der Arbeitsgruppe.

Nach Einschätzung von Wiefelspütz zeichnet sich ab, dass sich die Koalition auch auf die schnelle Einführung eines bundesweiten Waffenregisters und auf eine Amnestie für Besitzer illegaler Waffen einigen kann. Der SPD-Politiker sagte, dass verdachtsunabhängige Kontrollen bei Waffenbesitzern eingeführt würden. «Die Frage ist, ob diese unangemeldet oder angemeldet stattfinden», sagte er der «Berliner Zeitung». (nz/AP)