Trotz Forderung aus Kabul:
Bundeswehr verweigert Anti-Drogen-Kampf
29.04.2009
Herausgeber: netzeitung.de
«Es gibt keine Absichten, diesen Punkt zu ändern», sagte Steg. Er wie auch der Sprecher des Verteidigungsministeriums machten aber deutlich, dass Deutschland die afghanischen Behörden bei der Bekämpfung des Drogenhandels und -anbaus unterstützten. Dazu gehöre unter anderem die Ausbildung der Polizei. Der Linkenabgeordnete Paul Schäfer meinte in diesem Zusammenhang, die Forderung nach mehr Militär sei ein «Symbol der Unfähigkeit und Unwilligkeit der Regierung in Kabul, Korruption in den eigenen Reihen» zu ahnden.
Die Nato überlässt die Entscheidung den Isaf-Truppenstellern selbst, ob sie sich militärisch im Kampf gegen Drogen engagieren wollen. Deutschland lehnt das anders als etwa die USA oder Großbritannien ab, um die Soldaten nicht zusätzlich zu gefährden.
Das Land am Hindukusch ist der weltweit größte Produzent von Rohopium. Im vergangenen Jahr war Afghanistan für mehr als 90 Prozent der globalen Opiumproduktion verantwortlich. Laut Khodaidad verringerten sich allerdings die Anbauflächen für Schlafmohn. (dpa/nz)

