Trotz Forderung aus Kabul: 

netzeitung.deBundeswehr verweigert Anti-Drogen-Kampf

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Große Mohnfelder gibt es in Afghanistan (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Große Mohnfelder gibt es in Afghanistan
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Ein afghanischer Minister hatte ein Anliegen an Deutschland gerichtet: «Wir erwarten mehr Unterstützung.» Er meinte den Kampf gegen den Opiumanbau und -handel. Berlin lehnt allerdings ab.

Die im Norden Afghanistans stationierten deutschen Soldaten werden sich auch weiter nicht aktiv am Kampf gegen den Drogenanbau und -handel beteiligen. Das bekräftigte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Mittwoch in Berlin.

Der afghanische Minister für Drogenbekämpfung, General Khodaidad, hatte in einem ARD-Interview die Beteiligung der Bundeswehr am Anti-Drogen-Kampf gefordert. Deutschen Soldaten ist das gezielte Vorgehen gegen Anbau und Handel von Drogen durch das Bundestagsmandat ausdrücklich untersagt.

«Es gibt keine Absichten, diesen Punkt zu ändern», sagte Steg. Er wie auch der Sprecher des Verteidigungsministeriums machten aber deutlich, dass Deutschland die afghanischen Behörden bei der Bekämpfung des Drogenhandels und -anbaus unterstützten. Dazu gehöre unter anderem die Ausbildung der Polizei. Der Linkenabgeordnete Paul Schäfer meinte in diesem Zusammenhang, die Forderung nach mehr Militär sei ein «Symbol der Unfähigkeit und Unwilligkeit der Regierung in Kabul, Korruption in den eigenen Reihen» zu ahnden.

Das Opium landet direkt in Europa
Khodaidad hatte beklagt, dass die Deutschen angeblich zu wenig gegen Drogen unternähmen. «Wir erwarten mehr Unterstützung», sagte der Minister. Der Kampf gegen den Opiumanbau liege nicht nur in der Verantwortung seiner Regierung. «Das Opium aus Afghanistan landet direkt auf europäischen Straßen.»

Die Nato überlässt die Entscheidung den Isaf-Truppenstellern selbst, ob sie sich militärisch im Kampf gegen Drogen engagieren wollen. Deutschland lehnt das anders als etwa die USA oder Großbritannien ab, um die Soldaten nicht zusätzlich zu gefährden.

Das Land am Hindukusch ist der weltweit größte Produzent von Rohopium. Im vergangenen Jahr war Afghanistan für mehr als 90 Prozent der globalen Opiumproduktion verantwortlich. Laut Khodaidad verringerten sich allerdings die Anbauflächen für Schlafmohn. (dpa/nz)