Sozialdemokraten stellen Wahlkampfforderungen auf:
Reichensteuer soll SPD den Wahlsieg bringen
11.04.2009
Herausgeber: netzeitung.de
«Wer jetzt Steuersenkungen bei diesen Staatsschulden und dem Bedarf, in Bildung zu investieren, für die nächste Wahlperiode verspricht, führt die Wähler hinter die Fichte», sagte Steinbrück. Er verwies darauf, dass gerade Milliarden in die Bekämpfung der Wirtschaftskrise investiert würden. Geld für Steuergeschenke in der Größenordnung von 25 bis 30 Milliarden Euro sei deswegen nicht vorhanden. «Auch die Alchimisten von CSU und den Liberalen können keines zaubern.»
CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte indes der «B.Z. am Sonntag», nach der Krise «wird es auch wieder ein Wirtschaftswachstum mit Steuermehreinnahmen geben, die wir in der nächsten Legislaturperiode zur Steuerreform nutzen werden». Pofalla sagte der Zeitung: «Wir werden am 29. Juni das gemeinsame Wahlprogramm von CDU und CSU vorstellen, welches ganz klar einen Steuerentlastungsteil enthalten wird.» Das Steuersystem werde ein Thema im Wahlkampf. «Die SPD verfällt dabei nur wiederholt in alte Reflexe und will die Steuern erhöhen.»
Unterstützung erhielten die Sozialdemokraten dagegen von den Gewerkschaften. Verdi-Chef Frank Bsirske schrieb in der «Sächsischen Zeitung», die Neuverschuldung müsse durch eine Steuerpolitik flankiert werden, die die stärkeren Schultern angemessen belastet. «Deutschland darf keine Steueroase für Reiche und für Unternehmen sein.»
Ebenfalls auf einer Linie mit den Gewerkschaften ist die SPD mit ihrer Forderung nach einem Mindestlohn von 7,50 Euro. «Ein flächendeckender Mindestlohn für alle bleibt unser Ziel», sagte SPD-Chef Franz Müntefering der «Bild am Sonntag». «Und 7,50 Euro als Orientierungsmarke sind wirklichkeitsnah.» Die Forderung der Linken nach einem Mindestlohn von zehn Euro bezeichnete Müntefering dagegen als Populismus. (dpa/AP)

