26.03.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Sein derzeitiges Bundestagsmandat will Tauss nicht aufgeben
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der SPD-Politiker hält sich weiter für unschuldig. Dennoch will Tauss dem Druck seiner Parteigenossen nachgeben und auf seinen aussichtsreichen Listenplatz für die Bundestagswahl verzichten.
Nach heftigem Druck aus der eigenen Partei zieht der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss weitere Konsequenzen aus der Kinderporno-Affäre und verzichtet auf eine Kandidatur für die Bundestagswahl im September. «Ich werde nicht mehr antreten», sagte Tauss dem Onlineportal «bild.de». Der Rückzug wurde am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP aus Kreisen der Südwest-SPD bestätigt.
Tauss sagte laut «bild.de» weiter: «Aus der SPD-Landtagsfraktion werde ich regelrecht gemobbt. Man will mir sogar die Gelegenheit nehmen, mich zuerst vor meiner Basis zu erklären.» Der Politiker wollte am Abend den 43 Ortsvorständen seines Wahlkreises Karlsruhe Rede und Antwort stehen. Dort wolle er dann auch den Verzicht erklären, berichtete der Südwestrundfunk (SWR).
Der Karlsruher steht bisher auf dem aussichtsreichen Platz 7 der Landesliste für die Bundestagswahl. Die Staatsanwaltschaft führt ein Ermittlungsverfahren wegen Besitzes, Erwerbs und Verbreitung von Kinderpornografie gegen den Bundestagsabgeordneten. Bei einer Durchsuchung wurde in der Berliner Privatwohnung von Tauss kinderpornografisches Material sichergestellt.
Tauss hatte kurz nach dem Fund von Kinderporno-Bildern in seinen Räumen vor drei Wochen bereits sein Amt als medienpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion abgegeben und war als Generalsekretär der Südwest-SPD zurückgetreten. Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf SPD-Kreise weiter berichtete, will Tauss sein derzeitiges Bundestagsmandat aber behalten.
Der SPD-Politiker hält sich weiter für unschuldig: Er habe das Porno-Material im Zusammenhang mit seinen Recherchen als Abgeordneter und Medienexperte genutzt, beteuert er. Die Staatsanwaltschaft glaubt ihm das nicht. Die SPD in Baden-Württemberg und die Bundestagsfraktion hatten Tauss deshalb zuletzt aufgefordert, auf eine erneute Kandidatur zu verzichten. (dpa/AP)