24.03.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Die SPD will den SPD-Bundestagsabgeordneten Tauss zu einem Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur bewegen.
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Bislang wollte der umstrittene SPD-Politiker Tauss nicht auf eine erneute Bundestagskandidatur verzichten. Inzwischen räumt er allerdings ein: Ein Kandidat der allein - ohne seine Partei - Wahlkampf mache, sei verloren.
Die politische Zukunft des wegen des Besitzes von Kinder-Pornos umstrittene SPD-Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss ist weiter ungewiss. Ein Treffen zwischen Tauss und dem SPD-Fraktionschef Peter Struck am Dienstag ging ohne konkretes Ergebnis zu Ende. Struck sagte, er gehe davon aus, dass Tauss mit seiner Landespartei in Baden-Württemberg klären werde, ob er sein Parlamentsmandat behalten und ob er erneut für den nächsten Bundestag kandidieren wolle.
In der SPD gab es in den letzten Tagen vermehrt interne Forderungen, dass der 55-jährige Tauss auf seine Kandidatur bei der Bundestagswahl im September verzichten soll. Der Politiker wehrt sich seit mehreren Wochen gegen den Verdacht des unrechtmäßigen Besitzes von Kinderpornografie. Er hatte den Besitz mit Recherchen im Zusammenhang mit seiner Abgeordnetentätigkeit begründet. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hält dies für unglaubwürdig.
Tauss schließt Verzicht nicht mehr ausNach Beginn der Ermittlungen hatte Tauss seine Ämter in der Fraktion sowie als Generalsekretär der SPD Baden-Württemberg niedergelegt. An seinem Bundestagsmandat sowie seiner Kandidatur für die Bundestagswahl im September hielt er dagegen fest. Ein SPD-Sprecher hatte am Montag erklärt, der Landesverband erwarte in dieser Woche eine grundsätzliche Entscheidung von Tauss. Am Donnerstagabend findet eine Ortsvereinskonferenz des SPD-Kreisverbands Karlsruhe-Land statt, wo Tauss seinen Wahlkreis hat.
Allerdings hatte Tauss in einem Interview mit dem Südwestrundfunk (SWR) einen Verzicht auf eine erneute Kandidatur zum Bundestag nicht mehr ausgeschlossen: «Ein Kandidat, der allein Wahlkampf macht, der ist natürlich ziemlich verloren. Ich brauche die Partei dazu. Deswegen muss die Basis und die Partei auch sagen, wir können mit Jörg Tauss oder wir wollen mit Jörg Tauss.» Tauss erklärte, er wolle bis Ostern eine Entscheidung darüber zu treffen. (AP/dpa)