12.03.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Jörg Tauss
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Verdacht auf den Besitz von Kinderpornographie bleibt: Die Staatsanwaltschaft will SPD-Politiker Jörg Tauss schon bald wieder befragen. Dessen Erklärung habe «Widersprüche» zum Ermittlungsergebnis, heißt es.
Der unter Kinderpornografie-Verdacht stehende SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss soll im März erneut von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe vernommen werden. Der Sprecher der Ermittlungsbehörde sagte am Donnerstag, es gebe einen zweiten Termin zur Beschuldigtenvernehmung geben. Den genauen Zeitpunkt wollte er nicht nennen, er liege aber in «naher Zukunft». Zum ersten Termin am gestrigen Mittwoch war Tauss zwar erschienen, hatte aber keine Angaben zur Sache gemacht.
Widersprüche entdecktDie Staatsanwaltschaft wies Tauss' Darstellung zurück, wonach sein Besitz von Kinderpornografie mit seiner Abgeordnetentätigkeit zusammenhänge. Oberstaatsanwalt Rüdiger Rehring sagte dazu wörtlich: «Es widerspricht dem bisherigen Ermittlungsergebnis, wenn Tauss zum wiederholten Mal den Besitz von kinderpornografischem Material mit seiner Abgeordnetentätigkeit rechtfertigt.» Die Frage, welche Ermittlungsergebnisse denn gegen Tauss' Version sprechen, wollte Rehring nicht beantworten.
Tauss hatte am Mittwoch auf einer von ihm einberufenen Pressekonferenz in Karlsruhe gesagt, er habe als Medienexperte der SPD selbst in der pädophilen Szene recherchiert. Er habe einen Kinderpornoring auffliegen lassen wollen. Weiter habe er dem Bundeskriminalamt misstraut und zeigen wollen, dass sich der Handel mit Kinderpornografie vom Internet auf den Handy- und Postweg verlagert habe. Der 55-jährige Abgeordnete aus dem Wahlkreis Karlsruhe-Land beteuerte erneut seine Unschuld. (AP)