Gesetz verbietet Minderjährigen Solarienbesuch: 

netzeitung.deSchluss mit «Assi-Toaster»

 Herausgeber: netzeitung.de

Erst ab 18: Solarium (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Erst ab 18: Solarium
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Alle Selbstverpflichtungen der Betreiber, keine Minderjährigen unter die Elektrosonne zu lassen, waren nicht das Papier wert, auf dem sie standen. Nun wird die Politik den Besuch von Solarien gesetzlich regeln.

Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird der Besuch von Solarien künftig untersagt. Sie sollen so vor massiven Hautkrebs-Gefahren geschützt werden. Das sieht ein Gesetzentwurf von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) vor, den das Bundeskabinett am Mittwoch verabschiedete. Das Vorhaben sei wegen des starken Anstiegs der Neuerkrankungen an Hautkrebs «besonders eilbedürftig», heißt es im Entwurf.

Kontrollen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) hatten im vergangenen Jahr gezeigt, dass Minderjährige trotz einer freiwilligen Selbstverpflichtung vieler Solarien nach wie vor oft Zugang zu diesen Studios haben und es kaum eine Beratung über Hauttyp und UV-Risiken gibt. Jedes Jahr erkranken nach Auskunft der Krebshilfe in Deutschland rund 140.000 Menschen neu an Hautkrebs, mindestens 22.000 davon am besonders gefährlichen Malignen Melanom, dem sogenannten Schwarzen Hautkrebs. Dieser führt bei rund 3000 Betroffenen jährlich zum Tode.

Das Gesetz ist Teil des in der Koalition zuvor gescheiterten umfassenden Umweltgesetzbuches, mit dem das Umweltrecht bundesweit vereinheitlicht werden sollte. Daraus wurden nun auch die Entwürfe zum Naturschutz- und Wasserschutzrecht auf den Gesetzgebungsweg gebracht. Gabriel sagte, mit den Einzelgesetzen solle gerettet werden, «was noch zu retten ist». Ohne neue bundeseinheitliche Vorschriften im Wasser- und Naturschutzrecht käme es von 2010 an zu einer Rechtszersplitterung. «Das ist schlecht für die Umwelt, aber auch für die Wirtschaft», sagte der Minister. (nz/dpa)