Alkohol und Zigaretten: 

netzeitung.deJU-Chef Mißfelder diffamiert Arbeitslose

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Philipp Mißfelder (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Philipp Mißfelder
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Der erste Mann der Jungen Union ist vor allem für eins bekannt: Markige Sprüche. Jetzt hat Philipp Mißfelder wieder zugeschlagen. Diesmal waren ALG-II-Empfänger sein Ziel.

Der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, hat mit einer Äußerung über den Zigaretten- und Alkoholkonsum von ALG-II-Empfängern für Empörung bei Sozialverbänden gesorgt. Beim Frühschoppen des CDU-Ortsverbandes Haltern in Nordrhein-Westfalen hatte der 29-Jährige am vergangenen Sonntag nach einem Bericht der «Ruhr Nachrichten» gesagt: «Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie.»

Die Aussagen des CDU- Politikers bezeugten «eine völlige soziale Inkompetenz», sagte Bundesvorstand Arbeiterwohlfahrt (AWO)Rainer Brückers der Zeitung. Der Sozialverband Deutschland, Landesverband Nordrhein-Westfalen, erklärte, die Politik sei «dringend gefordert, die Ursachen von Armut und Ausgrenzung zu bekämpfen, anstatt sozial benachteiligte Menschen zu diffamieren».

Mißfelder selbst sei für eine Stellungnahme nicht zu erreichen gewesen. Auch Vertreter der CDU in Berlin wollten sich den Angaben zufolge am Donnerstag nicht zur Aussage des jüngsten Präsidiumsmitglieds der Union äußern. Der CDU-Abgeordnete war im Jahr 2003 ebenfalls mit einer verbalen Attacke bekanntgeworden. Damals hatte Mißfelder kritisiert, dass zu viele alte Menschen sich künstliche Hüftgelenke von Krankenkassen bezahlen ließen. Die Aussage relativierte er später. (dpa)