Neues vom Atom-Sauhaufen: 

netzeitung.deAsse stärker verseucht als gedacht

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Messungen im Lager Asse (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Messungen im Lager Asse
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Seit Januar ist das Bundesamt für Strahlenschutz für das Atomlager Asse zuständig. Seitdem tauchen immer neue Versäumnisse der alten Betreiber auf.

Das marode Atommülllager Asse ist in größerem Umfang mit radioaktiv kontaminierter Lauge belastet als bisher angenommen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter teilte am Dienstag mit, es seien schon viel früher als bislang bekannt radioaktiv kontaminierte Lösungen aus dem sogenannten Laugensumpf vor der Einlagerungskammer 12 abgepumpt worden.

Die Lösungen seien in höhere Teile des Bergwerks gebracht worden, von denen Fachleute bislang dachten, sie seien nicht mit diesen Laugen belastet. Bisher war bekannt, dass der frühere Betreiber, das Helmholtz-Zentrum München (HMGU), seit 2005 radioaktive Lauge widerrechtlich von der 750-Meter-Sohle in tiefere Schichten gepumpt hatte.

In der Schachtanlage Asse II bei Wolfenbüttel wird seit 1967 durch die Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (GSF) die Endlagerung radioaktiver Stoffe erforscht. Die Asse war das weltweit erste unterirdische Lager für Atommüll. Zwischen 1995 und 2004 wurde Salz aus einem Kalibergwerk in einen als besonders instabil geltenden Teil gefüllt. Bis 2014 sollte das Bergwerk aus Sicherheitsgründen mit einer Magnesium-Lösung geflutet werden. Kritiker fordern, den Müll zurückzuholen.

Die marode Anlage ist stark einsturzgefährdet. Zuletzt wurde bekannt, dass sich eine Kammer mit leicht radioaktiv belasteten Fässern bereits im Einsturz befindet. Bislang sind 200 Millionen Euro für die Schließung des Bergwerks ausgegeben worden. Der Bund rechnet mit weiteren Kosten von mindestens 800 Millionen Euro. Seit Januar ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) neuer Eigner des Bergwerkes. Seitdem wurden die Sicherheitsvorkehrungen stark ausgeweitet. (nz/dpa)