«Merkel schafft keinen Teamgeist»:
CDU-Mittelständler fordert Rückkehr von Merz
03.02.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Merkel soll Merz zurückholen, fordert die CDU-Mittelstandsvereinigung.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der Mittelstandsvertreter in der CDU übt deutlich Kritik am Wirtschaftskurs von Angela Merkel - und wünscht sich Friedrich Merz zurück. Mit Merkel allein werde die Union in der Bundestagswahl die angestrebten «40 Prozent plus x» verfehlen.
Die Mittelstandsvereinigung der CDU positioniert sich zu Beginn des anstehenden Bundestagswahlkampf in Distanz zu Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es sei angesichts des Kurses seiner Partei kein Wunder, dass sich ihre Anhänger der FDP zuwendeten, übte der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/ CSU, Josef Schlarmann, im «Hamburger Abendblatt» deutlich Kritik an Merkels Wirtschaftspolitik.
Als Beispiel nannte er die Pläne für die Enteignung privater Investoren bei der angeschlagenen Hypo Real Estate (HRE): Ein solcher Schritt sei verfassungsrechtlich bedenklich, sagte Schlarmann. Auch hätten Steuersenkungen, «die ordnungs- und konjunkturpolitisch am sinnvollsten sind», der CDU geradezu aufgedrängt werden müssen, kritisierte der CDU-Politiker.
Dabei äußerte Schlarmann deutliche Zweifel, ob CDU/CSU mit Merkel allein als Zugpferd im Wahlkampf «40 Prozent plus x» erreichen könne. Deshalb verlangte er die Rückkehr des früheren Unions-Fraktionschefs Friedrich Merz ins Team für den Bundestagswahlkampf. «Auch in der Union sollte man in der Lage sein, persönliche Aversionen zurückzustellen», sagte Schlarmann und erinnerte an US-Präsident Barack Obama, der seine schärfste innerparteiliche Gegnerin Hillary Clinton zur Außenministerin machte.
Team mit Ministerpräsidenten - plus MerzSchlarmann bemängelte, dass Merkel «eine Einzelkämpferin» sei. «Es ist ihr nicht gelungen, außerhalb ihres unmittelbaren Umfelds Teamgeist zu schaffen.» Die Union solle die Kanzlerin und CDU-Chefin «durchaus nach vorne stellen», ihr aber «ein ausgewogenes Team» zur Seite geben.
Er denke dabei an die Ministerpräsidenten Horst Seehofer (Bayern) und Jürgen Rüttgers (NRW), die «den christlich-sozialen Flügel repräsentieren» könnten. Günther Oettinger (Baden-Württemberg), Christian Wulff (Niedersachsen) und eben Friedrich Merz stünden für den wirtschaftsliberalen Teil. Den konservativen Aspekt könnte «vielleicht» Hessens Ministerpräsident Roland Koch vertreten. (nz)