«Mediale Hinrichtung« und Verrat beklagt: 

netzeitung.deZumwinkel greift Steuerfahnder an

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Klaus Zumwinkel (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Klaus Zumwinkel
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Gerade mit einer Bewährungsstrafe wegen Steuerhinterziehung davongekommen, rechnet der Ex-Postchef ab. Sein Vertrauen in den Rechtsstaat sei erschüttert, so der 65-Jährige, der nun ein neues Leben beginnen will.

Der wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe verurteilte Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel hat das gegen ihn geführte Verfahren kritisiert.

«Es wurde gegen mehrere Gesetze verstoßen», sagte er dem Bonner «General-Anzeiger» (BGA). Sein Vertrauen in den Rechtsstaat habe darunter gelitten. Zumwinkel beklagte vor allem, dass der Termin und die Tatsache seiner Hausdurchsuchung im vergangenen Februar öffentlich bekannt geworden seien.

Zudem sei es verboten, Akten mit Steuerdaten und persönliche Eindrücke aus der Durchsuchung weiterzugeben. «Der Verrat von Informationen kam von Seiten der Behörden,» sagte der Manager der Zeitung zufolge. Aus diesen Gesetzesbrüchen sei dann seine «mediale Hinrichtung» geworden. «Ich habe meine Fehler gemacht, und die Behörden haben ihre Fehler gemacht.»

Wer den Medien den Tipp zu der anstehenden Razzia im Hause Zumwinkel gegeben hat, ist auch knapp ein Jahr nach der Steuerrazzia unklar. Die Staatsanwaltschaft Hagen ermittelt noch wegen möglicher Verletzung von Dienstgeheimnissen. Damals hatte ein TV-Team direkt vor Zumwinkels Kölner Villa die Razzia gefilmt. Von Medienseite gab es damals die Erklärung, dass ein Hinweis nicht von der Staatsanwaltschaft gekommen sei.

«Reinen Tisch gemacht»
Das Bochumer Landgericht hatte den früheren Post-Chef am Montag wegen Steuerhinterziehung in Höhe von fast einer Million Euro zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss der geständige Manager eine Geldbuße in Höhe von einer Million Euro zahlen. Zumwinkel zeigte sich erleichtert über den Abschluss des Verfahrens. Er habe den Schaden wiedergutgemacht und die Strafe bezahlt. «Jetzt habe ich reinen Tisch gemacht», erklärte er dem Blatt zufolge. In den vergangenen Monaten hätten er und seine Familie bitter büßen müssen. Es habe Telefonterror, Nachstellungen und Erpresserbriege gegeben. Nun warte jedoch ein Lebensabschnitt auf ihn, sagte Zumwinkel weiter. Er wolle künftig als Unternehmer und Investor selbstständig arbeiten: «Was genau, wird sich im Laufe des Jahres ergeben», sagte er dem Blatt.(nz/dpa/AP)