Deutscher Pass erleichtert aber Eingliederung:
Studie sieht Türken als Integrations-Verlierer
26.01.2009
Herausgeber: netzeitung.de
Ein hoher Anteil an Asylbewerbern aus afrikanischen Ländern oder dem Nahen Osten habe zwar ein hohes Bildungsniveau, könne dies aufgrund des Status auf dem Arbeitsmarkt aber wenig nutzen, sagte Klingholz weiter. Sein Institut beobachte zudem, dass trotz eines niedrigen Bildungsstandards Zuwanderer aus Griechenland und Italien inzwischen «erfolgreich ökonomische Nischen» in Deutschland besetzten. Anders als die Mehrheit der Zugewanderten aus der Türkei oder dem ehemaligen Jugoslawien hätten Migranten aus fernöstlichen Ländern ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt gefunden.
Wie gut Menschen in Deutschland integriert seien, hänge massiv vom regionalen Angebot an Arbeitsplätzen ab, sagte der Sozialwissenschaftler am Berlin-Institut, Steffen Kröhnert. Dort, wo klassische Industriebereiche wie Kohle, Stahl oder Schiffbau lange eine wichtige Rolle gespielt hätten, sei der Anteil meist gering ausgebildeter ehemaliger Gastarbeiter groß. Viele von ihnen seien heute ohne Arbeit und dementsprechend schlecht integriert. Demgegenüber stünden in München, Bonn, Frankfurt am Main und Düsseldorf rund 70 Prozent aller Menschen mit Migrationshintergrund dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Hier seien vergleichsweise viele Migranten in sogenannten Vertrauensberufen oder selbstständig tätig.
Schlusslichter des Städtevergleichs seien von klassisch geprägten Industrien geprägte Großstädte. Dabei schnitten die fränkische Industriemetropole Nürnberg und die Ruhrgebietsstädte Bochum, Herne, Dortmund und Duisburg am schlechtesten ab. Hier sei die Arbeitslosigkeit groß, entsprechend ausgeprägt seien die sozialen Probleme unter den Migranten. Unter den Migranten bilden der Studie zufolge die sogenannten Aussiedler mit rund vier Millionen die größte Gruppe in Deutschland. Sie wird gefolgt von der Gruppe der türkischstämmigen Bevölkerung mit 2,8 Millionen Menschen. (epd)

