Kammer kurz vor Einsturz: 

netzeitung.deIm Atommülllager Asse droht ein Störfall

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Marode: Atommüll-Lager Asse (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Marode: Atommüll-Lager Asse
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im niedersächsischen Asse sind schon zahlreiche Decken des maroden Lagers für Atommüll eingestürzt, doch nun könnte ein gefährdeter Bereich betroffen sein. Beton soll helfen - «vorsorglich», wie der Betreiber betont.

Im Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel steht eine Kammer mit radioaktiv belastetem Atommüll kurz vor dem Einsturz. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als neuer Betreiber berichtete am späten Mittwochabend auf seiner Internetseite von Deckenschäden in der sogenannten Kammer 4. Ein Referatsleiter des niedersächsischen Umweltministeriums sagte am Donnerstag in Hannover, die Decke könne jederzeit einstürzen. Der Fall sei bereits seit Dezember 2008 bekannt und auch das Bundesumweltministerium informiert gewesen. Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) übte scharfe Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit des BfS.

Das Amt kündigte Sicherungsmaßnahmen an, um bei einem Einsturz der Decke den Austritt von Radioaktivität zu verhindern. Nach Angaben des Bundesamtes wurde bei der Auswertung seismischer Überwachungsdaten festgestellt, dass die Decke der Einlagerungskammer in Bewegung geraten ist und es dort «eine Häufung mikroseismischer Ereignisse» gab. Bei einem Herabstürzen von Deckenteilen könnten die in der Kammer lagernden Atommüllfässer beschädigt werden. Derzeit sei nicht auszuschließen, dass durch «entstehenden Druckaufbau die Verschlüsse der Kammer durchlässig und Radioaktivität freigesetzt werden könnte», warnte das BfS.

Vor der einsturzgefährdeten Kammer will das Amt nun eine zusätzliche Barriere aus Salzbeton errichten. Einen entsprechenden Antrag werde man in den kommenden Tagen beim Landesamt für Bergbau stellen, hieß es. Außerdem ist der gefährdete Bereich nur noch eingeschränkt für das Personal des Bergwerkes zugänglich. Das BfS hatte zum Jahresanfang die Verantwortung für das Atommülllager Asse übernommen. In dem ehemaligen Salzbergwerk sind bereits Decken mehrerer alter Abbaukammern eingestürzt. Bislang betraf dies aber keine der 13 Kammern, in denen Atommüll lagert. In dem Bergwerk wurden bis 1978 mehr als 126.000 Atommüllfässer deponiert. (AP/dpa)