Ärzte wollen Aufwachphase einleiten:
Keiner sah Althaus' Skiunfall auf der Piste
02. Jan 2009 12:19, ergänzt 14:50
 |  Dieter Althaus | Foto: dpa |
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Die Ärzte wollen den bei einem Skiunfall schwer verletzten CDU-Politiker aus dem künstlichen Koma holen: Sein Zustand sei stabil. Der Unfallhergang ist allerdings schwer zu rekonstruieren.
Der bei einem Skiunfall am Neujahrstag schwer verletzte thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) soll schon in Kürze wieder aus dem künstlichen Tiefschlaf geweckt werden. Dies gaben die behandelnden Ärzte des 50-Jährigen am Freitag in der Unfallklinik im österreichischen Schwarzach bekannt. Die Mediziner zeigten sich «optimistisch», dass die Aufwachphase «gut ausgeht». Sie könne zwischen 12 und 24 Stunden dauern.
Der Zustand des Politikers, der bei einem schweren Zusammenstoß auf einer Skipiste der Riesneralm am Donnerstag schwere Kopfverletzungen erlitten hatte, sei «stabil». Eine Kontrolluntersuchung mit einer Computertomographie am Morgen habe keine «Druckzeichen» von der Verletzung im rechten Hirnbereich ergeben.Der Unfallchirurg Franklin Genelin wollte aber keine Prognose darüber abgeben, ob bei Althaus möglicherweise bleibende Schäden zurückbleiben könnten. Der Politiker habe neben dem Schädelhirntrauma auch Prellungen und eine Fraktur im Gesicht erlitten, die aber «unverschoben» sei und nicht weiter behandelt werden müsse.
Keine Augenzeugen des Unfalls
Althaus war am Donnerstag gegen 14.45 Uhr auf der Riesneralm in der Obersteiermark mit einer Skiläuferin zusammengeprallt und hatte sich eine schwere Schädel- Hirn-Verletzung zugezogen. Die 41-jährige Frau, eine in den USA lebende Slowakin, starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Möglicherweise rettete das Tragen eines Skihelms Althaus das Leben.Die Schuldfrage ist ungeklärt. «Es gibt keine Augenzeugen», sagte Polizei-Einsatzleiter Sigmund Schnabel am Freitag bei einer Pressekonferenz in Liezen. Der genaue Unfallhergang werde daher nur schwer zu rekonstruieren sein. Der Sicherheitsbeamte, der Althaus begleitete, und der Ehemann der Skifahrerin seien in einigem Abstand hinter den beiden später Verunglückten hergefahren und hätten den Unfall nicht gesehen.
Die 41 Jahre alte Frau war laut den österreichischen Behörden vierfache Mutter, deren jüngstes Kind am Samstag ein Jahr alt wird. Das sagte der Leiter der Alpinpolizei Liezen, Siegmund Schnabl, am Freitag dem Sender MDR 1 Radio Thüringen. Drei Kinder stammten aus der ersten Ehe der Verunglückten mit einem Österreicher.
Kreuzung der Pisten verbreitert
Der Geschäftsführer der Riesneralm Bergbahnen GmbH, Bürgermeister Erwin Petz, sagte nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA zu dem Unfall im Kreuzungsbereich zweiter Pisten: «Es ist so, wie wenn es auf einem großen Parkplatz, wo nur zehn Autos stehen, zu einer Kollision zwischen zwei Fahrzeugen kommt.»Noch in diesem Sommer sei die Kreuzung der beiden Pisten verbreitert worden. An der genauen Stelle sei bislang noch nichts passiert. Sein Skigebiet habe das internationale Pistengütensiegel, das auch strenge Sicherheitskriterien beinhalte. Die Pisten seien nach den Regeln des internationalen Skiverbands FIS markiert gewesen, sagte Petz. Schnabl sagte auf einer Pressekonferenz weiter, sowohl Althaus als auch seine Unfallgegnerin hätten als gute Skifahrer gegolten.
Diezel könnte Amtsgeschäfte übernehmen
Unklar ist, wie lange der CDU-Politiker die Amtsgeschäfte nicht wahrnehmen kann. Die stellvertretende Ministerpräsidentin, Finanzministerin Birgit Diezel, könnte diese übernehmen, falls Althaus über einen längeren Zeitraum dazu nicht in der Lage ist, wie der stellvertretende Regierungssprecher Wilfried Rudolph am Freitagvormittag sagte.Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte «tief betroffen und schockiert» auf Althaus' schweren Skiunfall. Merkel stehe im Kontakt mit Frau Althaus und lasse sich regelmäßig unterrichten, sagte Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag in Berlin. Die CDU-Chefin entsende ihre besten Genesungswünsche und hoffe, dass der Schwerverletzte die nächste Zeit gut überstehe. Der Familie und den Angehörigen der an dem Unfall beteiligten Frau, die nach schweren Kopfverletzungen verstorben ist, drücke die Kanzlerin ihr Mitgefühl und Beileid aus. (nz/dpa/AP)