Europawahl-Liste der CSU: 

netzeitung.deHohlmeier wird nicht die Nummer Eins

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Monika Hohlmeier (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Monika Hohlmeier
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Offenbar hat Parteichef Seehofer seinen Willen nicht durchgesetzt: Die Tochter von Strauß konnte keine Unterstützung bei den Bezirksverbänden der CSU erringen. Spitzenkandidat bei der Europawahl wird jemand anders.

Die ehemalige bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier soll einigen Medienberichten zufolge im Kampf um die CSU-Spitzenkandidatur bei der Europawahl unterlegen sein. Nicht die Tochter von Franz Josef Strauß, sondern der schwäbische CSU-Bezirkschef Markus Ferber solle den ersten Listenplatz bekommen, meldeten am Dienstag mehrere Zeitungen übereinstimmend. Ein CSU-Sprecher wollte die Berichte auf Anfrage nicht kommentieren.

Parteichef Seehofer sagte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in München, er wolle eine «schlagkräftige Europaliste». Zugleich rechtfertigte er erneut die Platzierung Hohlmeiers als Europa-Kandidatin in Oberfranken: «Frau Hohlmeier ist eine sehr talentierte und kompetente Politikerin. Wir brauchen in der CSU mehr Frauen.» Es gebe aber eben «kaum eine Personalentscheidung, die nicht zu Debatten und Diskussionen führt». Er sei letztlich der Hauptverantwortliche bei Personalentscheidungen.

Ferber, der Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Europaparlament ist, hatte in der Debatte um die Spitzenkandidatur damit gedroht, es notfalls auf eine Kampfkandidatur gegen Hohlmeier ankommen zu lassen. Dies wollte die CSU-Spitze aber vermeiden. In einer mehrstündigen Sitzung hatte sich die CSU-Spitze in der vergangenen Woche zunächst nicht auf einen Spitzenkandidaten einigen können. Den Zeitungsberichten zufolge soll eigentlich Hohlmeier Seehofers Favoritin gewesen sein.

Aussichtsreicher Listenplatz als Trostpreis
Die «Augsburger Allgemeine» berichtete, kein einziger CSU-Bezirksverband habe sich intern für Hohlmeier auf der Spitzenposition ausgesprochen. Hohlmeier soll laut «Financial Times Deutschland» aber einen aussichtsreichen Listenplatz bekommen. Die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» berichtete, eine Delegiertenversammlung am 17. Januar solle über ihre Platzierung entscheiden.

Hohlmeier war vom oberfränkischen CSU-Vorstand überraschend zur Europa-Kandidatin nominiert worden. Dies löste parteiintern Kritik auch an Seehofer aus, der die Kandidatur gemeinsam mit Guttenberg, der auch oberfränkischer Bezirkschef ist, arrangiert hatte.

Angst vor der Fünf-Prozent-Hürde
Für die CSU ist die Europawahl am 7. Juni kommenden Jahres die erste Bewährungsprobe nach dem Verlust der absoluten Mehrheit bei der bayerischen Landtagswahl im Herbst. Bei einem ähnlich schlechten Ergebnis könnte sie dabei an der bundesweit geltenden Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Unter anderem deswegen will die Partei prominente Politiker wie Hohlmeier auf die Liste setzen.

Hohlmeiers politische Karriere schien 2005 bereits beendet, nachdem sie wegen Vorwürfen über rüde innerparteiliche Methoden als Kultusministerin zurückgetreten war. Im Jahr zuvor hatte sie bereits den Vorsitz des Bezirks München wegen einer Affäre um gefälschte innerparteiliche Wahlen abgeben müssen. Bei der Landtagswahl 2008 war Hohlmeier nicht mehr in den bayerischen Landtag gewählt worden. (AP/dpa)