Als besonders pikant bezeichnete es das Blatt, dass die Welthungerhilfe zu dieser Zeit von Ingeborg Schäuble geleitet wurde, der Ehefrau des Bundesinnenministers. Das Anso ist laut «Spiegel» ein gemeinsames Büro westlicher Nichtregierungsorganisationen in Kabul und bündelt die Erkenntnisse der Hilfsorganisationen. Die Stelle unterhält demnach Außenbüros in vier afghanischen Provinzen, finanziert wird sie von der Europäischen Union. Das Netzwerk sei ein «Seismograph» der Entwicklung am Hindukusch, heiße es bei der Welthungerhilfe. Offenbar wollte der BND von diesem internen Wissen möglichst frühzeitig und umfangreich profitieren, schrieb das Blatt.
Insgesamt habe die zuständige Pullacher Abteilung mindestens 2000 Telefonate, E-Mails und Faxe aufgezeichnet. Mittlerweile stufe auch der BND selbst die Kabuler Kommunikation als «grundrechtlich geschützt» ein. Derzeit werde geprüft, ob die Abhöraktion rechtswidrig gewesen sei. Im Frühjahr hatten zahlreiche Politiker eine bessere Kontrolle der Geheimdienste gefordert, nachdem bekannt geworden war, dass der BND eine «Spiegel»-Journalistin in Afghanistan bespitzelt hatte. (AP)