Vorzeitige Entlassung: 

netzeitung.deEx-RAF-Terrorist Klar kommt frei

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Er ist seit weit über zwanzig Jahren im Gefängnis (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Er ist seit weit über zwanzig Jahren im Gefängnis
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Die öffentliche Aufregung vor der Verkündung war groß. Jetzt gab das Oberlandesgericht Stuttgart bekannt: Im Januar wird das ehemalige RAF-Mitglied Christian Klar freigelassen. Einen Praktikumsplatz hätte er schon.

Der ehemalige RAF-Terrorist Christian Klar kommt nach 26 Jahren Haft auf freien Fuß. Das Oberlandesgericht Stuttgart gab am Montag bekannt, dass der 56-Jährige Anfang 2009 vorzeitig entlassen wird. Die Richter gehen davon aus, dass bei dem früheren Terroristen keine Rückfallgefahr mehr besteht. Klar sitzt seit 1982 im Gefängnis. Er war 1985 wegen neunfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Bundespräsident Horst Köhler hatte im vergangenen Jahr eine Begnadigung abgelehnt.

Klar gehörte zu den führenden Figuren der zweiten Generation der Roten Armee Fraktion (RAF), die für die Anschläge im «Deutschen Herbst» des Jahres 1977 verantwortlich war. Er wurde unter anderem wegen der Beteiligung an der Entführung und Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer sowie wegen der Morde an Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto verurteilt.

Das Stuttgarter Gericht hatte 1998 angeordnet, dass Klar wegen der «besonderen Schwere der Schuld» mindestens 26 Jahre in Haft bleiben muss. Diese Frist läuft am 3. Januar 2009 ab.

Peymanns Angebot steht
Für die Zeit danach gibt es bereits ein Angebot für Klar: Der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, hält das Praktikumsangebot an Ex-RAF-Terrorist Christian Klar aufrecht. Sollte Klar aus der Haft entlassen werden, könne er ein Praktikum am Berliner Ensemble absolvieren, bestätigte eine Sprecherin des Ensembles am Montag. Peymann hatte Klar bereits 2005 angeboten, als Bühnentechniker ein Praktikum zu machen. Er hatte dies damit begründet, dass der Exterrorist nach 23 Jahren Haft eine Chance zur Rückkehr in die Gesellschaft bekommen müsse.

Der Sohn des von der RAF ermordeten Siegfried Buback, Michael Buback, hat unterdessen wenig Hoffnung, von Klar den Täternamen zu erfahren. Zwar wisse Klar wahrscheinlich, wer im April 1977 von einem Motorrad aus seinen Vater, den damaligen Generalbundesanwalt, erschossen habe, sagte Buback am Montag im Sender WDR2. Er gehe aber nicht davon aus, dass die Angehörigen «noch diese Gnade erwiesen bekommen, dass man uns dies endlich noch sagt». (dpa)