Wahlkampf-Parteitag der Saar-SPD:
Maas sieht sich auf dem «ehrlicheren Weg»
22.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Die SPD lässt sich auch vom schlechten Wetter nicht aufhalten», ruft Maas vom Rednerpult. Am Ende machen 253 von 262 abgegeben Stimmen den 42 Jahre alten Juristen zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 30. August 2009.
Landtags- und Bundestagswahllisten stellen die Delegierten am Samstag gleich mit auf. Maas ist zum zweiten Mal nach 2004 Herausforderer von Ministerpräsident Peter Müller (CDU) - doch die Lage im Saarland ist kompliziert.
In Umfragen kommt die SPD auf 25, die Linke auf 23 und die Union auf 38 Prozent; ob Grüne und FDP wieder in den Landtag kommen ist unsicher. Der Kampf um die Saarbrücker Staatskanzlei ist für Amtsinhaber Müller und Linken-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine ein Zweikampf, SPD-Landeschef Maas kommt in Reden von beiden kaum vor.
Lafontaine habe mit seinem Rücktritt von allen Ämtern 1999 die CDU-Regierung unter Peter Müller an der Saar erst ermöglicht. «Wir werden nicht zulassen, dass Lafontaine Müller zum dritten Mal ins Amt setzt», sagt Maas. 2004 hatte «Oskar» aus Sicht der SPD mit seinem Austritt die Partei erneut um den Landtagswahl-Erfolg gebracht. Müller verteidigte damals seine absolute Mehrheit.
Nun gehe es Lafontaine vor allem darum, der SPD zu schaden, so der Vorwurf von Maas: Er laufe durchs Land und erkläre, CDU und SPD hätten sich bereits auf eine Koalition geeinigt, um rot-rot zu verhindern. «Lieber Oskar, du bist gerade der Richtige. Wenn du 1999 nicht zurückgetreten wärst, wäre Reinhard Klimmt noch heute Ministerpräsident. Du solltest an der Stelle lieber die Klappe halten», ruft Maas. «Ich trete nicht an, um die Amtszeit von Peter Müller zu verlängern, sondern um sie zu beenden.»
Aber auch weil er weiß, dass die eigenen Inhalte bei wichtigen Themen wie Bildungs-, Energie- und Industriepolitik mit der CDU kaum umsetzbar wären. Die Union sei der Hauptgegner im kommenden Jahr, sagt Maas. Die Regierung Müller habe versagt. «Es sind zehn verlorene Jahre», sagt Maas. Mehr könne sich das Land nicht leisten. Er biete den Menschen angesichts der vollmundigen Versprechungen Lafontaines und der Linken nicht den «einfacheren Weg». «Aber ich biete euch den ehrlicheren Weg». (Sebastian Raabe, dpa)

