20. Nov 2008 19:54
Die Länderjustizminister haben beschlossen, die Zahlungen für Opfer von Fehlurteilen deutlich anzuheben. Statt 11 gibt es künftig 25 Euro. Einigen ist das immer noch viel zu wenig.
Die Berliner Justizsenatorin Gisela von der Aue zeigte sich dennoch unzufrieden mit der Höhe des Betrages. Sie werde sich weiterhin für ihre Forderung einsetzen, 100 Euro Entschädigung pro Tag zu zahlen, sagte die SPD-Politikerin, die nicht zustimmte. Auch der Deutsche Anwaltverein (DAV) kritisierte die Entscheidung und forderte ebenfalls 100 Euro pro Tag. Die Mehrausgaben seien durchaus finanzierbar, sagte DAV-Präsident Hartmut Kilger. Berlin wende beispielsweise pro Jahr 95.000 Euro an Haftentschädigung auf, das Saarland zwischen 80.000 Euro und 90.000 Euro, Hamburg 45.000 Euro. In Niedersachsen sind es zwischen 50.000 und 60.000 Euro, wie Busemann erklärte. Selbst wenn es zu einer Verzehnfachung käme, «wäre dies also finanzierbar», sagte Kilger. Der rechtspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Wolfgang Neskovic, nannte den Beschluss der Justizministerkonferenz enttäuschend.