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Nach Friedhofsschändungen: 

Viel zu tun in Thüringen

19. Nov 2008 13:37
Ein Schweinekopf ähnlich diesem wurde am Eingangstor des Friedhofes angebracht.
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Antirassistische Initiativen in Thüringen reagieren verhalten auf die antisemitischen Anschläge auf jüdische Friedhöfe in Gotha und Erfurt. Sie haben mit rechtsextremen Aktionen bereits mehr als genug zu tun.

Nadja Jereschinski ist schockiert. «So eine extreme Aktion hat es bei uns noch nie gegeben», sagte die Schatzmeisterin von Kompottpora, einem Verein für soziokulturelle Zusammenarbeit in Gotha. In der Nacht zu Montag hatten Unbekannte am Eingangstor zum jüdischen Friedhof in Gotha einen Schweinekopf inmitten eines Davidsterns angebracht. Der abgetrennte Kopf wurde anschließend mit einer blutähnlichen Flüssigkeit übergossen. Daneben hing ein Laken mit der verschmierten Aufschrift «6 Millionen Lüge».

Ernst Martin Stüllein, Vorsitzender des multikulturellen Vereins L’amitié in Gotha, verurteilt die Tat und versucht zu mobilisieren. «Wir werden alle Vereine und Verbände aufrufen, ihren Protest kundzutun», sagte er der Netzeitung. Konkrete Aktionen seien bisher jedoch nicht geplant.

In der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt wurde in der gleichen Nacht rote Flüssigkeit über eine Gedenktafel am Eingangstor zum jüdischen Friedhof gegossen. «Wir verfallen jetzt nicht in helle Aufregung», sagt Christian Rühl, Mitarbeiter der Mobilen Beratung in Thüringen für Demokratie – gegen Rechtsextremismus (Mobit).

Eine unmittelbare Reaktion wie eine Demonstration oder Kundgebung schloss der Berater aus. «Der Anschlag ist Teil einer nicht abreißenden Kette von Vorfällen dieser Form», sagte er. Ziel sei es, so Rühl, kontinuierlich daran zu arbeiten, derartiges in Zukunft zu verhindern. Dafür brauche man derzeit alle Kapazitäten. Seit dem ersten Januar diesen Jahres hat Mobit in Thüringen bereits 316 rechtsextreme Aktivitäten verzeichnet. Im gesamten Jahr 2006 waren es 175.

 
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