19. Nov 2008 13:37
Antirassistische Initiativen in Thüringen reagieren verhalten auf die antisemitischen Anschläge auf jüdische Friedhöfe in Gotha und Erfurt. Sie haben mit rechtsextremen Aktionen bereits mehr als genug zu tun.
In der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt wurde in der gleichen Nacht rote Flüssigkeit über eine Gedenktafel am Eingangstor zum jüdischen Friedhof gegossen. «Wir verfallen jetzt nicht in helle Aufregung», sagt Christian Rühl, Mitarbeiter der Mobilen Beratung in Thüringen für Demokratie – gegen Rechtsextremismus (Mobit). Eine unmittelbare Reaktion wie eine Demonstration oder Kundgebung schloss der Berater aus. «Der Anschlag ist Teil einer nicht abreißenden Kette von Vorfällen dieser Form», sagte er. Ziel sei es, so Rühl, kontinuierlich daran zu arbeiten, derartiges in Zukunft zu verhindern. Dafür brauche man derzeit alle Kapazitäten. Seit dem ersten Januar diesen Jahres hat Mobit in Thüringen bereits 316 rechtsextreme Aktivitäten verzeichnet. Im gesamten Jahr 2006 waren es 175.