Große Koalition nicht ausgeschlossen, aber: 

netzeitung.deSchäfer-Gümbel will Verzicht von Koch

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Profiliert sich auch als Wadenbeißer: Thomas Schäfer-Gümbel (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Profiliert sich auch als Wadenbeißer: Thomas Schäfer-Gümbel
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Der hessische SPD-Spitzenkandidat fordert auch von der CDU einen personellen Neuanfang. Das alte Gesicht nach einer verlorenen Wahl zu präsentieren, sei eine Provokation der Wähler, meint der Sozialdemokrat.

Der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel fordert den Verzicht von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) auf eine Wiederwahl. Für die schwierigen politischen Verhältnisse in Hessen trügen alle Parteien Verantwortung, sagte Schäfer-Gümbel am Dienstag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. «Wir sind die einzigen, die sich neu aufstellen für diesen Wahlgang», erklärte er. Dagegen sei es «eine Provokation, dass die Union mit dem Ministerpräsidenten, der abgewählt wurde, wieder antritt.»

Schäfer-Gümbel bekräftigte, dass die SPD nach der vorgezogenen Wahl im Januar kein Bündnis ausschließe, auch keine große Koalition. Doch Koch stehe «nicht nur für hessische Verhältnisse, sondern für vieles, vieles andere mehr. Deshalb ist er ganz sicherlich eine große Hürde für irgendeine Form von Zusammenarbeit.»

Nach dem Scheitern der Regierungsübernahme hatte die SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti auf die Spitzenkandidatur bei Neuwahlen verzichtet und dafür überraschend Schäfer-Gümbel vorgeschlagen. Auf Kritik, dass Ypsilanti immer noch viel Einfluss ausübe, sagte der Kandidat: «Ich habe Andrea Ypsilanti gebeten, den Fraktions- und Landesvorsitz weiter zu übernehmen. Wir haben eine klare Rollenverteilung verabredet: Ich bin der Spitzenkandidat, und sie hält mir den Rücken frei.»

Schäfer-Gümbel äußerte Verständnis für den Ärger in der SPD über die vier Abweichler, die den Machtwechsel vereitelt hatten. Begriffe wie «Verräter» seien indes nicht seine Wortwahl. Auch die Parteiordnungsverfahren gegen die Abgeordneten Jürgen Walter, Carmen Everts und Silke Tesch sieht er skeptisch. «Das ist für den Wahlkampf nicht gerade sehr hilfreich, aber so ist das eben bei ordentlichen, unabhängigen Verfahren.» (dpa)