Vorwurf von SPD-Rebell Walter: 

netzeitung.de«Schäfer-Gümbel bleibt im Windschatten»

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Thomas Schäfer-Gümbel vor einem Foto der hessischen SPD-Landtagsfraktion (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Thomas Schäfer-Gümbel vor einem Foto der hessischen SPD-Landtagsfraktion
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Die neue Hoffnung der SPD will Ypsilanti nicht den Fraktions- und Landesvorsitz wegnehmen. «TSG» begründet das mit seinen Aufgaben im Wahlkampf. Die Abweichler legen das als Schwäche aus, wollen aber in der Partei bleiben.

Der frisch gekürte Spitzenkandidat der hessischen SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, hat keine Ambitionen auf den Posten des Parteivorsitzenden. Er müsse sich voll auf die Landtagswahl Mitte Januar konzentrieren, sagte er am Dienstag dem RBB-Sender «Radio Eins». «Der Spitzenkandidat ist derjenige, der die Hauptverantwortung für Themen, Personal und Organisation hat. Ich muss mich, weil ich nur 68 Tage Wahlkampf habe, voll und ganz darauf konzentrieren, diesen Wahlkampf zu organisieren und zu führen.» Um Partei und Fraktion, die weiter von Andrea Ypsilanti geführt werden, könne er sich nicht kümmern.

Die vier hessischen SPD-Landtagsabgeordneten, die Andrea Ypsilanti die Stimmen für die Wahl zur Ministerpräsidentin verweigert haben, wollen in der Partei bleiben. Das erklärten die Abweichler Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Carmen Everts und Silke Tesch in der ARD-Talkshow «Beckmann». Nachdem ihre Anwesenheit von der hessischen SPD-Führung ausdrücklich für unerwünscht erklärt wurde, nahmen sie entgegen der ursprünglichen Absicht aber am Dienstag nicht an der Fraktionssitzung in Wiesbaden teil.

Walter kritisierte in der Talkshow am späten Montagabend, dass Ypsilanti Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD in Hessen bleiben wolle. Schäfer-Gümbel «hätte es einfacher gehabt, wenn Frau Ypsilanti ihm auch mindestens eines der Spitzenämter übertragen hätte und sie nicht weiter am Partei- und Fraktionsvorsitz klebt», sagte er. «So ist es ganz schwer für ihn, aus Frau Ypsilantis Windschatten herauszutreten», fügte der inzwischen als stellvertretender SPD-Landesvorsitzender zurückgetretene Walter hinzu.

125 Mitglieder verlassen die hessische SPD
Seit dem Scheitern des Machtwechsels in Hessen hat es bei den Sozialdemokraten in dem Bundesland mehr als 100 Parteiaustritte gegeben. Im SPD-Bezirk Hessen-Nord waren es etwa 50, im Bezirk Hessen-Süd etwa 75, berichteten die Bezirksgeschäftsführer am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa. In Südhessen habe es zur selben Zeit aber auch 20 Eintritte gegeben. Die meisten Mitglieder hätte ihren Austritt mit dem Verhalten der vier Abweichler begründet, die der Parteivorsitzenden Andrea Ypsilanti die Gefolgschaft verweigerten, hieß es.

Auch nach dem gescheiterten Machtwechsel in Hessen setzt der designierte Grünen-Chef Cem Özdemir auf Distanz zur Union. In mehreren Bereichen trennten CDU/CSU und Grüne Welten, etwa bei der inneren Sicherheit. «Wir sind nicht auf Gedeih und Verderb auf die SPD angewiesen, wir machen es fest an Inhalten», stellte Özdemir klar. Vor den Grünen stehe «ein hartes Wahljahr, das durch die Auseinandersetzung in Hessen nicht leichter geworden ist». Dort hatte die SPD vergeblich versucht, mit den Grünen eine Koalition unter Duldung durch die Linkspartei zu bilden. An diesem Samstag soll der «anatolische Schwabe» Özdemir zum neuen Grünen-Chef gewählt werden. (dpa/AP)