Nach Ypsilantis Scheitern in Hessen:
Parteien bereiten sich auf Neuwahlen vor
05.11.2008
Herausgeber: netzeitung.de
«Es geht auch ohne uns», steht auf Transparenten. Die «Parteiaktivisten» verteilen Aufkleber mit dem Text: «Dann doch - Roland Koch». Eine Passantin ist fassungslos. «Aufgeben? Ich glaube es hackt», erklärt die Mittfünzigerin. Nur wenigen Passanten begreifen, dass es sich um die Aktion einer TV-Satiresendung handelt.
Die Zeit ist knapp, zumal in diese Frist bis Mitte Januar auch noch drei Wochen Weihnachtsferien fallen. Relativ weit mit ihren Vorbereitungen ist die hessische FDP. Parteichef Jörg-Uwe Hahn hatte bereits im vergangenen Juni angeordnet, dass sich die Partei auf vorgezogene Neuwahlen einstellt. Ende Oktober starteten die Liberalen eine Kampagne mit dem Titel «Neuwahl statt Wortbruch». Mit dieser Aktion könne die Partei nun nahtlos zum Landtagswahlkampf überleiten, sagt Parteisprecherin Dagmar Döring.
So dauere es in vielen Wahlkreisen regulär mindestens vier Wochen bis allein ein Direktkandidat aufgestellt werden könne. Erst danach könne auch die Landesliste gebildet werden, sagt Schmitt: «Wenn wir am 18. November anfangen, können wir streng genommen erst am 18. Dezember die Landesliste aufstellen.»
Werde aber der Landtag am 18. November aufgelöst, müssten die Listen nach der Landeswahlordnung spätestens am 15. Dezember beim Landeswahlleiter eingereicht werden. Die SPD erwägt nun, die internen Fristen zu verkürzen. «Am Ende wird es hinzukriegen sein», sagt der Generalsekretär.
Das Landeswahlprogramm für die letzte Hessen-Wahl will die Linkspartei überarbeiten. Geprüft werde auch, inwieweit Plakatvorlagen und andere Wahlkampfmaterialien aus dem vergangenen Januar nochmals genutzt werden könnten. Bereits wieder rausgekramt hat Wilken eine Anstecknadel mit der Aufschrift «Willi wählen», eine Anspielung sowohl auf van Ooyen als auch auf den legendären SPD-Bundestagswahlkampf für Willy Brandt von 1972: «Das trage ich seit heute wieder.» (Guido Rijkhoek, AP)

