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SPD gegen Linke: 

«Lafontaine wird nie mehr Ministerpräsident»

23. Nov 2008 10:11
Linken-Spitzenkandidat Lafontaine
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Im Saarland tritt der frühere SPD-Chef Lafontaine als Linkspartei-Spitzenkandidat an. Die Netzeitung sprach mit SPD-Landechef Maas über Sympathiewerte, mögliche Koalitionen und Lafontaines Strategie.

Im CDU-regierten Saarland wird 2009 im August 2009 gewählt. Die SPD will die erdrutschartigen Verluste der Wahl von 2004 von mehr als 13 Prozentpunkten wieder aufholen und vor der Linkspartei landen. Umfragen sehen die Linke aber nahezu gleichauf mit der SPD. Hinzu kommt: Mit dem einstigen SPD-Chef und Bundesfinanzminister Lafontaine zieht ein ehemaliger Regional-Matador als Linkspartei-Spitzenkandidat in die Landtagswahl.

Netzeitung: Herr Maas, im kommenden Jahr werden Sie bei der Landtagswahl Ministerpräsident Peter Müller herausfordern. Bei der Frage, wer das Saarland führen soll, liegen Sie in Umfragen jedoch an dritter Position, weit hinter Lafontaine. Was fasziniert die Saarländer so an dem Linspartei-Chef?

Heiko Maas: Lafontaine war Oberbürgermeister, er war Ministerpräsident. Da ist eine gewisse Popularität nichts Außergewöhnliches. Seine Umfragewerte liegen jedoch weit hinter denen vergangener Jahre zurück. Viele Saarländer haben ihm nicht verziehen, dass er sich 1999 vom Acker machte. Er hätte dem Saarland in seiner schwierigen Finanzlage als Bundesfinanzminister sehr helfen können, doch er tat es nicht.

Netzeitung: Nach derzeitigen Umfragewerten kann die CDU nicht allein weiter regieren, auch für eine Koalition mit der FDP reicht es nicht. Erleben wir nach der Saarland-Wahl eine Große Koalition? Unter Lafontaine wollen Sie ja nicht mitregieren.

Maas: Das ist eine reine Fata Morgana. Lafontaine wird niemals mehr Ministerpräsident, weil wir ihn erstens nicht wählen und zweitens die SPD ohnehin vor der Linkspartei landet – und damit im Fall der Fälle die SPD den Ministerpräsidenten stellt. Und der heißt dann Maas.

Zu einer großen Koalition: Ich trete nicht an, die Amtszeit von Ministerpräsident Peter Müller zu verlängern, sondern um sie zu beenden. Wir wollen in die Staatskanzlei. Derzeit hat ein linkes Bündnis unter Führung der SPD in den Umfragen eine Mehrheit – selbst in den Umfragen, die die CDU veröffentlicht hat.

Netzeitung: Was will Lafontaine dann erreichen, wenn er kein Ministerpräsident werden kann?

Maas: Lafontaine blufft, wenn er sich als künftiger Ministerpräsident verkauft. Er ist im Saarland nur das Aushängeschild der Linkspartei. Unmittelbar nach der Wahl wird er dem Land den Rücken kehren und zurück nach Berlin gehen. Lafontaine will nur die Stimmen der Menschen, aber nicht ihre Probleme lösen. Das ist unredlich.

Die Menschen müssen sich 2009 entscheiden: Mit Lafontaine eine verbrauchte Politik von vorgestern, mit Müller eine gescheiterte Politik von gestern oder mit der SPD und mir eine zukunftsgerichtete Politik von heute für morgen.

Maas
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Müller und Lafontaine sind wie die zwei Opas in der Muppetshow, die sich ständig zanken und gar nicht mehr mitbekommen, welches Stück auf der Bühne läuft. Die Menschen sind dieses Politikertyps schlicht überdrüssig. Wer den Wechsel will, muss die SPD wählen.

Heiko Maas ist Landesvorsitzender der Saar-SPD. Mit ihm sprach Tilman Steffen

 
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