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Leitung der Finanz-Expertengruppe: 

Regierung findet Ersatz für Tietmeyer

20. Okt 2008 15:30
Otmar Issing
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Mit ihrem ersten Personal-Vorschlag war Merkel bei der SPD abgeblitzt. Jetzt soll der frühere EZB-Chefvolkswirt Issing den Krisenberater geben und die sechsköpfige Kommission leiten.

Der frühere Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing, wird die Expertenkommission der Regierung zur Reform der internationalen Finanzmärkte leiten. Das gab Vize-Regierungssprecher Thomas Steg am Montag in Berlin bekannt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am vergangenen Mittwoch im Bundestag zunächst den früheren Bundesbank-Präsidenten Hans Tietmeyer vorgeschlagen. Tietmeyer zog seine Zusage jedoch nach Protesten auch vom Koalitionspartner SPD zurück. Vor allem dessen Mitgliedschaft im Aufsichtsrat des angeschlagenen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) stand in der Kritik.

Kommission mit sechs Mitgliedern

Der 72-jährige Issing gilt als ausgewiesener Geld-Experte und als Architekt der geldpolitischen Philosophie der Europäischen Zentralbank nach dem Vorbild der Bundesbank. Von 1988 bis 1990 war er Mitglied der «Fünf Weisen» - des Sachverständigenrats der Bundesregierung - und anschließend Chefvolkswirt der Deutschen Bundesbank und von 1998 bis 2006 erster Volkswirt und Direktoriumsmitglied bei der EZB.

Die Expertengruppe soll nach bisherigen Plänen sechs Mitglieder haben. Neben Issing sollten zwei weitere Vertreter mit europäischer und internationaler Erfahrung im Bankenbereich teilnehmen, sagte Steg. Außerdem werde der Frankfurter Professor für Kreditwirtschaft und Finanzierung, Jan Pieter Krahnen, mitwirken. Er gilt als Kenner der globalen Finanzmärkte. Hinzu kommen Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen und Merkels Wirtschaftsberater Jens Weidmann.

Merkel sieht neben dem Rettungspaket für deutsche Banken eine Änderung der Regeln der internationalen Finanzmärkte als zweite Säule einer neuen Finanzmarktverfassung. Die Bundesregierung beschloss am Montag letzte Details des Pakets von fast 500 Milliarden Euro, mit dem Banken Bürgschaften und Finanzspritzen in Anspruch nehmen können. (dpa)
 
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