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Einer der «herausragensten Diplomaten»: 

Annan erhält Westfälischen Friedenspreis

11. Okt 2008 14:02
Annan warnte vor den 'neuen Bedrohungen' der Globalisierung
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In seiner Dankesrede wurde der frühere UN-Generalsekretär seiner Rolle als Mahner gerecht: Eine Welt, in der dermaßen viel Armut herrsche, sei auch ein Nährboden für Extremismus, folgerte Annan und forderte globale Lösungen.

Für seinen Einsatz bei der Lösung von Krisen und Konflikten ist der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan am Samstag in Münster mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet worden. In seiner Dankesrede betonte Annan, dass trotz der derzeitigen Herausforderungen eine fairere und gerechtere Welt möglich sei. Die gegenwärtige Finanzkrise und die drohenden Klimaveränderungen verlangten nach globalen Lösungen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte in seiner Laudatio, mit Annan werden einer der «herausragendsten Diplomaten unserer Zeit» gewürdigt. Der Minister lobte unter anderem die Reformen bei den Vereinten Nationen, die Annan stets «mit Engagement und Herzblut» vorangetrieben habe. «Ich hätte mir keinen würdigeren Preisträger vorstellen können», sagte Steinmeier.

Annan betonte, dass nur globale Lösungen Menschen und Ländern Sicherheit geben könnten. «Globalisierung hat der Welt viele Segnungen gebracht, aber auch neue Bedrohungen», sagte er. Eine Welt, in der dermaßen viel Armut herrsche, sei auch ein Nährboden für Extremismus und Gewalt.

Preis auch für «Junge Malteser»

Er forderte zudem die Regierungen zum gemeinsamen Vorgehen in der gegenwärtigen Finanzkrise auf. «Eine Lösung wird sich nur finden, wenn wir Schritte zu Verstärkung der Überwachung und Regulierung internationaler Finanzen gehen», sagte er.

Weiterer Preisträger der mit insgesamt 50.000 Euro dotierten Auszeichnung ist die Gemeinschaft junger Malteser. Sie werde für ihren aufopferungsvollen Dienst an Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Krisengebieten des Nahen Ostens ausgezeichnet, so die Begründung der Jury. Der griechisch-katholische Patriarch Gregorios III. lobte «die segensreiche Arbeit», die das Christentum aufwerte.

«Christliche Liebe, Dienst am Nächsten geben ein neues gutes Bild vom Christentum», sagte der Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient. Nur so könne die Lehre der Heiligen Schrift, dass Liebe eine Kraft sei, die stärker als alle Waffen sei, verwirklicht werden. Der Dienst am Nächsten bereite den Boden für den Dialog unter den Religionen, Nationen, Generationen und Geschlechtern. Der Patriarch rief Europa dazu auf, mehr für den Frieden in Palästina zu leisten.

Der alle zwei Jahre vergebene Westfälische Friedenspreis würdigt Personen und Institutionen für ein vorbildliches Engagement für Friedensarbeit. 2006 ging die Auszeichnung an den ehemaligen französischen Staatspräsidenten Valery Giscard d'Estaing und an Jugendliche, die ein Soziales Jahr in diakonischen Einrichtungen der von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel leisten. Der Westfälische Friedenspreis wurde 1998 aus Anlass des 350. Jahrestages des Westfälischen Friedens gestiftet. (epd)

 
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