netzeitung.deDie Flick-Affäre

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Nicht immer war die Finanzsituation der deutschen Parteien in der Nachkriegsgeschichte mit der Vokabel „stabil“ zu beschreiben. Etwa auf der CDU lasteten schwere Schulden in den siebziger Jahren, die nur durch unermüdliches Werben eines engagierten Schatzmeisters getilgt werden konnten. Einer der Spender war der Großindustrielle Friedrich Karl Flick.

BERLIN. Flick hatte 1975 Daimler-Benz-Aktien im Wert von zwei Milliarden Mark verkauft, wollte die Gewinne aber nicht versteuern. Er stellte – unter Hinzugabe finanzieller Aufmerksamkeiten – mehrere Befreiungsanträge an das Finanzamt, die positiv beschieden worden. Zum Dank spendete Flick an die CDU über die „Staatsbürgerliche Vereinigung“ große Geldmengen.

Die Staatsbürgerschaftliche Vereinigung war ein Verband, über den man unbeobachtet Geld als Spenden weiterleiten konnte. Die von Walther Leisler Kiep und Horst Weyrauch zum Zwecke der Steuereinsparung eingerichtet Institution diente damit als Geldwaschanlage.

Landschaftspflege geprüft
1983 wurde ein Untersuchungsausschuss beauftragt, diese Form der „politischen Landschaftspflege“ zu prüfen. Neben dem damaligen FDP-Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff, dessen Vorgänger Hans Friderichs und dem Bundestagspräsidenten Rainer Barzel soll auch Helmut Kohl Bargeld von Flick erhalten haben. Da letzterer den Geldempfang vor dem Untersuchungsausschuss teilweise bestritt, stellte der damals Grüne-Politiker Otto Schily Anzeige. Wie bekannt wurde, nicht zu Unrecht.

Nach Angaben von Eberhard von Brauchitsch, einstiger Flick-Manager, und Uwe Lüthje, seinerzeit Generalbevollmächtigter der CDU-Schatzmeisterei, ist Kohl nur durch Lüthjes Falschaussage vor dem Untersuchungsausschuss in den 80er Jahren mit heiler Haut davongekommen. (nz)


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