Plädoyer für Zusammenschluss:
Schmidt hätte statt 15 AOKen gern nur noch eine
09.10.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ahrens versicherte: «Die AOK-Gemeinschaft passt ihre Organisationsstrukturen laufend an die sich wandelnden Marktbedingungen an.» Er verwies auf die Fusionen der AOK-Rheinland und der AOK-Hamburg zur AOK-Rheinland/Hamburg sowie der AOKen Sachsen und Thüringen zur AOK Plus. Dieser Prozess werde weitergehen. Er betonte zudem die Vorreiterrolle der AOKen bei den Verträgen mit Herstellern über Arzneimittel-Rabatte.
Schmidt hatte wiederholt betont, 30 bis 50 der heute rund 215 Kassen reichten für den Wettbewerb aus. Der Gesundheitsfonds wird den Konzentrationsprozess nach Expertenansicht beschleunigen. Zuletzt hatte die Techniker Krankenkassen den Zusammenschluss mit der IKK Direkt angekündigt.
Die Bundesknappschaft kündigte an, ihren Mitgliedern nach dem Fondsstart 2009 eine Prämie ausschütten zu wollen. Die Höhe müsse noch berechnet werden, sagte eine Sprecherin und bestätigte damit einen Bericht der «Welt». Die Sprecherin des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen, Christine Richter, sagte: «Da das Bundesversicherungsamt erst Mitte November über die Zuteilungen aus dem Fonds informiert, kann eine Meldung über Prämienzahlungen noch nicht auf sicherer Grundlage basieren.»
Risiken für die Kassen-Finanzen durch die aktuelle Finanzkrise drohen nach Expertenansicht bereits 2009. «Ich frage mich, ob wir da nicht eine erheblich unsichere Flanke haben und spätestens im zweiten Halbjahr 2009 mit den Konsequenzen konfrontiert sein werden», sagte Gesundheitsökonom Jürgen Wasem der «Berliner Zeitung». Der für die Kasseneinnahmen wichtige Arbeitsmarkt reagiere verzögert auf die jetzige Finanzentwicklung. Fielen die Einnahmen des Fonds geringer aus als erwartet, gehe das zunächst zulasten des Bundes. «Das Risiko trägt also der Steuerzahler.» (dpa)

