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Eineinhalb Wochen nach der Festnahme: 

Terrorverdächtige kommen frei

07. Okt 2008 18:11
Flughafen Köln/Bonn: Ort der Festnahme
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Die Bonner Staatsanwaltschaft hatte die Aufhebung des Haftbefehls gegen die auf dem Flughafen Köln/Bonn festgenommenen Verdächtigen beantragt. Trotzdem stehen die Beschuldigten weiter im Verdacht, hieß es.

Eineinhalb Wochen nach ihrer spektakulären Festnahme auf dem Köln-Bonner-Flughafen sind die beiden Terrorverdächtigen wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl wurde aufgehoben, wie die Staatsanwaltschaft Bonn am Dienstag mitteilte.

Die Anklagebehörde gehe zwar davon aus, dass die Beschuldigten weiter im Verdacht stünden, eine erhebliche Straftat verabredet zu haben. Nach Auswertung aller derzeit vorliegenden Beweise sei der dringende Tatverdacht gegen die beiden Männer aber nicht mehr aufrechtzuerhalten.

Haftbeschwerde der Verteidiger

Die zwei aus Somalia stammenden Männer waren am 26. September festgenommen worden, als sie nach Amsterdam fliegen wollten. Nach den damaligen Erkenntnissen des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen wollten sie sich an Anschlägen beteiligen und als Selbstmordattentäter im sogenannten Heiligen Krieg sterben. Einen Tag nach der Festnahme erließ das Amtsgericht Bonn Haftbefehl.

Die Verteidiger hatten Haftbeschwerde eingelegt. Der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel hatte gesagt, dass die beiden Männer «in naher Zukunft einen Anschlag geplant«.

«Schrecklich peinliche Aktion»

Die Verlobte äußere darin einen Kinderwunsch und die Hoffung, Omar D. bald wiederzusehen. Bei zwei SMS-Nachrichten, die als Indizien im Haftbefehl aufgeführt seien, habe er Zweifel, ob ihr Wortlaut dort richtig wiedergegeben worden sei, sagte Günal. Zudem sei der Kontext der Textnachrichten unklar. Der Anwalt vertritt nach eigenen Angaben den Deutsch-Somalier Omar D., ein Kollege der selben Kanzlei den Somalier Abdirazak B.

Der SPD-Innenpolitiker Karsten Rudolph nannte den Zugriff in der «Frankfurter Rundschau» eine «schrecklich peinliche Aktion des NRW-Innenministers Ingo Wolf». Die Zeitung zitiert einen Sprecher des von dem FDP-Politikers Wolf geführten Innenministeriums mit der Äußerung, dass eine Gefahrenlage vorgelegen habe, die er aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht erläutern könne. Das LKA wollte sich am Dienstag nicht zu den aktuellen Entwicklungen äußern.

Unterdessen hat die SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag am Dienstag eine Sondersitzung des Innenausschusses zu dem Thema beantragt. Ein Sprecher sagte, Innenminister Wolf solle dem Innenausschuss in einer Sondersitzung möglichst schon kommende Woche Rede und Antwort stehen. Die Terminierung sei aber Sache des Ausschussvorsitzenden.(dpa/AP)

 
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