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CSU berät Becksteins Nachfolge: 

Alles läuft auf Seehofer hinaus

04. Okt 2008 15:16, ergänzt 16:21
Joachim Herrmann, Siegfried Schneider, Horst Seehofer
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Nach dem Votum des Bezirks Oberbayern für den Bundesminister spitzt sich die Kandidaten-Debatte zu. Die Außenseiter Goppel und Herrmann müssen ein Bündnis gegen Seehofer schließen – oder aufgeben.

Im CSU-internen Rennen um die Nachfolge von Ministerpräsident Günther Beckstein deutet sich ein rasches Ende mit dem designierten Parteichef Horst Seehofer als Sieger an. Denn der mächtige CSU-Bezirk Oberbayern will den Bundesverbraucherminister als neuen Ministerpräsidenten. Dies sagte der bayerische Kultusminister Siegfried Schneider als Bezirksvorsitzender am Samstag nach Beratungen der Parteigliederung in Brunnthal bei München. Mit dem Votum des Bezirksvorstands scheint eine Wahl Seehofers zum Regierungschef kaum noch aufzuhalten zu sein.

Der oberbayerische Bezirksvorstand sei der Auffassung, dass in der aktuellen Situation die Ämter des Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten wieder in eine Hand gehörten, sagte Schneider. Mit Seehofer, dem designierten CSU-Vorsitzenden, stehe dafür «ein Kandidat mit politischer Erfahrung und Kompetenz zur Verfügung». Neben Seehofer hatten auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und Wissenschaftsminister Thomas Goppel ihre Kandidatur als Ministerpräsident angemeldet. Der vierte Bewerber, CSU-Landtagsfraktionschef Georg Schmid, hatte bereits am Freitag zurückgezogen und angekündigt, er werde zur Wiederwahl für sein bisheriges Amt antreten.

Goppel: «...wenn wir es zusammen machen würden»

Goppel deutete daraufhin die Möglichkeit eines Verzichts auf Becksteins Nachfolge an. Das Votum der Oberbayern-CSU für Seehofer sei ein «sehr ernsthafter Grund», gemeinsam zu überlegen, «ob man das nicht von vornherein auf einen Kandidaten zulaufen lässt». «Wenn Horst Seehofer dieser eine Kandidat ist, müssen wir beide überlegen, ob wir weitermachen», sagte Goppel über sich und Herrmann. Wenn die Partei nur einen Mann an der Spitze wolle, dann müsse man sich dem fügen. «Die Frage ist, welche Rückendeckung jemand kriegt.» Er wolle darüber mit Herrmann beraten, sagte Goppel in Brunnthal. «Ich fände es gut, wenn wir es zusammen machten», fügte er hinzu. Er hoffe auf eine Entscheidung noch im Lauf des Wochenendes.

Seehofer liegt derzeit in der Nachfolge-Frage in Führung – auch wenn er offiziell nur als Ersatzkandidat gilt, falls sich seine Konkurrenten nicht einigen können. Auch in den CSU-Bezirksverbänden Oberpfalz, Niederbayern und München gibt es eine klare Präferenz für den amtierenden Bundesagrarminister. Vor allem in Franken gibt es Sympathien für Herrmann. In Unterfranken wird Goppel favorisiert. Ein Spitzentreffen der drei Kandidaten am Freitag in Rott am Inn hatte nach Angaben aus CSU-Kreisen zu keinem Ergebnis geführt.

Stoiber CSU-Spitzenkandidat für Europawahl?

Auch der 2007 zurückgetretene Partei- und Regierungschef Edmund Stoiber nahm am Samstag an der Sitzung des Bezirks Oberbayern teil. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Focus» und der «Süddeutschen Zeitung» wird der CSU-Ehrenvorsitzende womöglich Spitzenkandidat der Partei bei der Europawahl im Juni 2009. Seehofer wolle Stoiber als Listenführer vorschlagen, heißt es in dem Zeitungsbericht. Stoiber dementierte eine Kandidatur zum Europaparlament. «Das habe ich doch schon ausgeschlossen», sagte Stoiber am Samstag der «Abendzeitung» (München). «Ich habe mehrfach erklärt, dass ich meine ehrenamtliche Aufgabe weiterführen möchte.» Beide Blätter meldeten zudem, dass der scheidende CSU-Chef und bisherige bayerische Finanzminister Erwin Huber als neuer Fraktionsvorsitzender im Landtag im Gespräch sei. (AP/dpa)

 
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