04. Okt 2008 10:56
Nach dem Wahldebakel bei der Landtagswahl könnten Extras aus den Zeiten von Strauß kippen. Vertreter zweier CDU-Landesverbände wollen den Bayern keine Sonderrolle mehr zugestehen.
Die CSU war bei der Landtagswahl am vorigen Sonntag von 60,7 auf 43,4 Prozent abgestürzt und hatte damit erstmals seit fast fünf Jahrzehnten ihre absolute Mehrheit verloren. Die beiden CDU-Politiker wandten sich als Reaktion darauf vor allem gegen den besonderen Status der Bayern innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. «Das, was derzeit vereinbart ist, gilt. Aber nach der nächsten Bundestagswahl wird es eine neue Vereinbarung geben. Da steht dann alles auf Null», wird Strobl, Vertreter des mitgliederstärksten CDU-Landesverbandes Baden-Württemberg, zitiert. Der Nordrhein-Westfale Herrmann sagte demselben Blatt: «Mich stört die Bevorzugung der CSU in der Finanzierung und bei den Sprechzeiten im Plenum schon lange. Darüber muss man neu nachdenken.»Die Sonderrechte der CSU hatte deren ehemaliger Vorsitzender Franz Josef Strauß 1976 durchgesetzt. Neben einem Vetorecht bei Grundsatzfragen sieht die Vereinbarung unter anderem vor, dass der erste Stellvertreter des Unionsfraktionschefs automatisch ein CSU-Politiker ist, der ausschließlich von den bayerischen Abgeordneten gewählt wird.