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Verteidigungsminister verkündet: 

Deutsche Marine soll bald Piraten jagen

01. Okt 2008 15:46
Auch diese Yacht war vor Somalias Küste einmal entführt worden
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Gemeinsam mit anderen EU-Staaten wird die Bundeswehr wohl spätestens zum Jahresende Konvois von Handelsschiffen schützen. Unterdessen erhält Russland eine Spezialgenehmigung von Somalia.

Deutsche Marinesoldaten sollen in Kürze im Kampf gegen Piraten vor der Küste Somalias eingesetzt werden. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte am Mittwoch im französischen Deauville, Deutschland werde sich vermutlich mit einer Fregatte an einer EU-Militäraktion gegen Piraten beteiligen. Sie soll spätestens zum Jahresende einsatzbereit sein.

Geplant ist die Entsendung von drei Fregatten, einem Versorgungsschiff und drei See-Aufklärungsflugzeugen durch die EU-Staaten. Sie sollen Konvois von Handelsschiffen gegen die zunehmenden Piratenangriffe im Indischen Ozean am Horn von Afrika beschützten. «Ich halte es für notwendig, dass wir gegen Piraten wirkungsvoll vorgehen», sagte Jung am Rande eines Treffens der EU-Verteidigungsminister. «Ich denke, dass wir im Rahmen einer Fregatte uns auch mitbeteiligen werden.»

Seeräuber haben zur Zeit rund ein Dutzend Schiffe in ihrer Gewalt, darunter auch einen ukrainischen Frachter, der Kampfpanzer an Bord hat. Die Küste vor Somalia gilt wegen der zahlreichen Piratenüberfälle als eines der gefährlichsten Gewässer der Welt.

Russische Schiffe patrouillieren vor Somalia

Unterdessen hat die Regierung von Somalia russischen Kriegsschiffen Küstenpatrouillen genehmigt. Das teilte der somalische Botschafter in Russland, Mohamed Handule, am Mittwoch in Moskau mit. Russische Kriegsschiffe würden einen «Sonderstatus» genießen, ihre Besatzungen könnten auch auf dem Festland gegen die Piraten vorgehen, sagte er nach Angaben der Agentur Itar-Tass. In der Vorwoche hatten somalische Piraten ein mit 33 Panzern sowjetischer Bauart beladenes ukrainisches Frachtschiff gekapert.

Es komme darauf an, schnellstmöglich konkrete Schritte zu unternehmen, sagte der Botschafter. Ende September hatte die russische Militärführung bereits das Küstenwachschiff «Neustraschimy» zur somalischen Küste entsandt. Die Seeräuber haben insgesamt rund ein Dutzend Schiffe und mehr als 200 Seeleute in ihrer Gewalt. Die Küste vor Somalia gilt wegen der zahlreichen Piratenüberfälle als eines der gefährlichsten Gewässer der Welt. (dpa)

 
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