Bayern-Wahl: 

netzeitung.deLiberale im Freudentaumel

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Westerwelle (Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH)

Lupe Westerwelle
Quelle: Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Hauptgewinner der Bayern-Wahl ist die FDP. Die Liberalen konnten ihren Siegeszug durch die Landesparlamente fortsetzen. Sie zogen nach langer Abstinenz nicht nur mit einem Rekordergebnis in das Münchner Maximilianeum ein, sondern können sich sogar auf eine Regierungsbeteiligung freuen.

Die FDP hat zur Landtagswahl am Sonntag mit acht Prozent das beste Ergebnis aller Zeiten in Bayern eingefahren. FDP-Chef Guido Westerwelle zeigte sich in Berlin entsprechend erfreut.
Das Resultat zeige, dass sich immer mehr Menschen der FDP zuwendeten. Auch sie seien der Meinung, dass das Drücken der Mittelschicht ein Ende haben müsse. «Leistung muss sich wieder lohnen», sagte er.

Bei der CSU hatte sich am Abend Entsetzen breit gemacht, als die Bildschirme der Wahlanalysten nur noch 43 Prozent anzeigten. 2003 hatte die Partei unter Edmund Stoiber noch 61 Prozent eingefahren. Nutznießer der CSU-Einbußen waren die Freien Wähler, die FDP und die Grünen.

Sepp Daxenberger, Spitzenkandidat der bayerischen Grünen, frohlockte, die CSU sei «am Boden zerstört». Daran habe seine Partei 25 Jahre lang gearbeitet. Bundeschefin Claudia Roth sagte in der ARD, Bayern habe «bunt gewählt und die CSU krachend abgewählt». Eine bunte Koalition ohne CSU, die demokratisch, liberal und weltoffen sei, sei der Wählerauftrag.

Das Rekord-Resultat von neun Prozent ist für Daxenberger jedoch der Beweis: «Es ist eine Mehrheit jenseits der CSU möglich.» Gemeinsam mit der SPD und den Freien Wählern hoffen die Grünen auf eine Viererkoalition unter Beteiligung der Liberalen. Die FDP erteilte dem erneut eine Absage. Sie will nun mit der CSU regieren, formulierte jedoch erste Bedingungen.

Gleichwohl lud SPD-Spitzenkandidat Franz Maget die Grünen bereits zu einem Gespräch ein. Der Spitzenkandidat der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, sagte, seine Gruppierung sei bereit, vernünftig mit anderen zusammenzuarbeiten, wenn die Positionen stimmten. Grünen-Spitzenkandidat Daxenberger forderte die FDP zur Bildung einer Koalition ohne die CSU auf.

Linkspartei-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch feierte in Berlin selbst die Annäherung an die Fünfprozenthürde von unten her als Erfolg. Die Strategie der Gegner sieht er als gescheitert an: «Es wurde versucht, die Linke in die Ecke zu treiben.» Wie die SPD lenkte er den Blick vor allem auf den Einbruch der Christsozialen, die von 61 Prozent (2003) auf 43 rutschten: «Die CSU ist ab heuet der 16. Landesverband der CDU.» (nz)