27.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Eine Frau kam zur SPD zurück, 'da mit Müntefering nun alles gut wird'
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Vor drei Wochen wurde bekannt, dass Müntefering Parteivorsitzender werden soll. Diese Nachricht bescherte der SPD einen Stimmungsumschwung, auf einmal wollen viele Menschen Mitglied werden - einige kommen gar von der Linkspartei zurück.
Die Rückkehr von Franz Müntefering an die SPD-Spitze bringt der Partei neue Mitglieder. In zahlreichen Landesverbänden steige die Zahl der Eintritte spürbar an, berichtete die «Welt am Sonntag». In den meisten Fällen werde der Parteieintritt explizit mit der Rückkehr Münteferings begründet, der am 18. Oktober zum Parteivorsitzenden gewählt werden soll. Offizielle Zahlen der SPD gibt es noch nicht.
Allein in der ersten Woche nach dem überraschenden Rücktritt von Kurt Beck zählte die SPD-Landesgeschäftsstelle Niedersachsen in Hannover 130 Neueintritte per E-Mail, berichtet das Blatt. Eine Frau habe noch am Tag des Beck-Rücktritts gemailt, sie kehre von der Linkspartei zurück, «da mit Franz Müntefering nun alles gut wird».
Die SPD in Berlin zählte 100 Eintritte, der saarländische Landesverband 60 und der Hamburger Landesverband 40 Neuzugänge. «Viele machten den Schritt entweder an der Rückkehr Münteferings als Parteivorsitzender oder der Nominierung Steinmeiers als Kanzlerkandidat fest», sagte Hannes Hönemann, Sprecher der Berliner SPD, dem Blatt.
Von den 25 Neueintritten in Brandenburg in den ersten beiden Tagen nach dem Beck-Rücktritt fielen allein 15 auf die Stadt Potsdam. «Es ist ein spürbarer Aufschwung, auf den wir sehr stolz sind. Das Duo Müntefering/Steinmeier wird von den Menschen sehr positiv wahrgenommen, vor allem von den Jungen», sagte Klaus Ness, Generalsekretär der SPD in Brandenburg.
Neue Wählerinitiative «Wir für Frank»Weitere Neuzugänge per E-Mail wegen der neuen Doppelspitze meldeten Sachsen-Anhalt (15), Mecklenburg-Vorpommern (10) und Sachsen (12). Die anderen Landesverbände bestätigten die Tendenz, konnten aber noch keine konkreten Zahlen nennen. Ende Juni hatte die CDU erstmals in der bundesdeutschen Geschichte der SPD den Titel der mitgliederstärksten Partei abgenommen. Mit 530.755 Mitgliedern Ende Juni hatte die CDU 761 Mitglieder mehr als die SPD. Zum Stichtag 31. August sank die Mitgliederzahl bei der SPD dann weiter auf 527.087.
Inzwischen wirbt die Wählerinitiative «Wir für Frank» für den Kanzlerkandidaten der SPD, Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Zum Mitmachen aufgefordert werden auch Menschen, die nicht in der SPD sind. Die neue Initiative folgt auf die Kampagnen «Youth For Schröder» (1998), «Wir für Schröder» (2002) und «Friends of Gerd» (2005). Die Wählerinitiative will aber «nicht nur die alten Hasen ansprechen, sondern auch viele neue und kreative junge Menschen». (AP)