Kurz vor der Landtagswahl:
Bayerns SPD uneins über Links-Bündnis
24.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Der Spitzenkandidat und SPD-Fraktionschef Maget hat eine Koalition mit den Linken dagegen mehrfach ausgeschlossen. Er wolle versuchen, ein Viererbündnis mit Grünen, Freien Wählern und FDP zu schmieden, bekräftigte er am Mittwoch.
CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer kommentierte: «Stiegler überführt Maget der Wahllüge. Der Chef der Bayern-SPD lässt vier Tage vor der Wahl die Maske fallen und wünscht sich öffentlich eine Machtübernahme mit Hilfe der Linkspartei auch in Bayern.» Auch Maget würde nicht zögern, «Bayerns Ypsilanti zu werden», fügte die CSU-Politikerin hinzu.
Nach einer Emnid-Umfrage für den «Münchner Merkur» käme die Linke derzeit auf fünf Prozent und würde damit am Sonntag den Sprung in den bayerischen Landtag schaffen. Die CSU liegt demnach bei 49 Prozent und könnte mit knappem Vorsprung weiter allein regieren. Die SPD käme auf 20, Grüne und FDP bekämen jeweils 8 und die Freien Wähler 7 Prozent.
In Teilen der CSU wird im Fall einer Wahlschlappe mit dem Sturz von Parteichef Erwin Huber gerechnet. Als Nachfolger soll Bundesagrarminister Horst Seehofer bereitstehen, die CSU dann in die Bundestagswahl 2009 zu führen. Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein könnte dagegen für eine Übergangszeit im Amt bleiben, bis ein Nachfolger aufgebaut sei. Als Kandidaten gelten die Minister Joachim Herrmann, Markus Söder und Siegfried Schneider sowie Fraktionschef Georg Schmid.
Der vor einem Jahr zum Rücktritt gezwungene Stoiber, der seine Nachfolger mehrfach öffentlich kritisiert hatte, rief die CSU jetzt zu «absoluter Disziplin» auf. Wer vor dem Wahlabend «abseitige Diskussionen führt, schadet der CSU», sagte Stoiber. Jetzt gelte es, «in großer Geschlossenheit, mit aller Kraft und Konzentration für den Sieg zu kämpfen».
Sollte die Linke an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, reichen der CSU womöglich schon etwa 46 Prozent der Stimmen wieder für die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag. Dem Internetportal wahlrecht.de zufolge bräuchte die CSU mit der Linken im Landtag dagegen rund 48 Prozent der Stimmen, um weiterhin ohne Koalitionspartner regieren zu können. Der bayerische Grünen-Chef Sepp Daxenberger sagte dem Sender N-TV, er werde alles daran setzen, eine Regierung ohne die CSU zu bilden. Sollte die CSU die absolute Mehrheit verpassen, werde er noch am Wahlabend versuchen, die Vertreter von Freien Wählern, SPD und FDP an einen Tisch zu bringen. (nz/AP)

