23. Sep 2008 14:49
Die CSU schwächelt, bedrohlich pendeln die Umfrageergebnisse Tage vor der Wahl unterhalb der 50-Prozent-Marke. Ursache ist die Themenarmut des Wahlkampfes, es gibt aber auch einen hausgemachten Grund, meint
Huber und Beckstein sind beide Akten-Politiker mit großer Sachkenntnis. Sie sind bekannt dafür, die Dinge abzuarbeiten. Die Verwaltungsreform, die Huber durchexerziert hat, ist dabei weniger gut in Erinnerung, die innenpolitischen Akzente, die Beckstein gesetzt hat, schon. Beckstein ist beliebter als Huber. Ein emotionaler Wahlkampf ist allerdings von beiden nicht zu erwarten gewesen.Im Hintergrund sind bereits die Akteure Horst Seehofer und Markus Söder in den Startlöchern, um eventuell frei werdende Posten zu begleiten: Seehofer als Parteichef und der in Brüssel zum Staatsmann avancierte Söder als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten. Geht die Bayern-Wahl verloren, werden sie beginnen, parteiintern für sich zu werben. Ob ein weiteres Führungsduo der Partei im südlichsten Freistaat gut tun wird? Unter dem Alleinherrscher Stoiber kam die CSU bei der letzten Landtagswahl auf knapp 61 Prozent.
Alexander Görlach ist Ressortleiter von Cicero Online