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Beckstein und Huber: 

Ernste Gefahr für das bayerische Pannen-Duo

23. Sep 2008 14:49
Beckstein (l.) und Huber
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Die CSU schwächelt, bedrohlich pendeln die Umfrageergebnisse Tage vor der Wahl unterhalb der 50-Prozent-Marke. Ursache ist die Themenarmut des Wahlkampfes, es gibt aber auch einen hausgemachten Grund, meint Alexander Görlach.

Der Lackmustest für die CSU in Bayern wird am Besten in einer Zahl zusammengefasst: 48. Sollten die Christsozialen unter diese Marke fallen, droht ihnen der Verlust der absoluten Mehrheit im Bayerischen Landtag. Eine Umfrage vom Wochenende sieht die gefühlte Partei aller Bayern bei 47 Prozent. Da könnte es schon eng werden, vor allem, wenn die Linke doch über die prognostizierten vier Prozent kommen und mit fünf Prozent in den Landtag einziehen sollte.

Der Ausspruch von Ministerpräsident Günther Beckstein, wonach es jedem aufrechten CSUler bei dem Wort Koalition schon übel wird, umschreibt gut den Zustand, in den die Partei geraten würde, sollte sie die Macht teilen müssen. Das Szenario: Sollte die CSU unter die 50 Prozent fallen, wird es eng für den Parteichef Erwin Huber. Günther Becksteins Rolle als beliebter Landesvater wäre nicht gefährdet. Fällt die CSU unter die 48 Prozent-Marke, ist auch das politische Überleben des Franken nicht mehr gesichert. Die Prognosen sind indessen nicht eindeutig: Die Prognose vor der Prognose 47 Prozent sah die CSU bei 50 Prozent. Da ein Prozentpunkt hier über Sein oder Nicht-Sein entscheidet, bleibt es spannend bis zum Abend des Wahltags.

Dass es so knapp wird, hat die CSU einem internen und einem externen Grund zu verdanken. Intern: Das Führungsduo Beckstein-Huber hat in den ersten Monaten seines Zusammenarbeitens nicht den Eindruck der Geschlossenheit vermittelt. Da überbringt beispielsweise ein Ministerpräsident Zahlen einer maroden Landesbank an die Journalisten, während der zuständige Minister und Parteichef urlaubt. Fotos mit beiden Akteuren in Daumen-hoch-Pose überdecken dieses unabgestimmte Arbeiten nicht. Extern: Im Wahlkampf hat sich für die CSU kein dauerhaft zündendes Thema gefunden. Die Pendlerpauschale wurde von der Bundes-Union abgebügelt, die Nutzung der Kernkraft ist durch den Fall Asse nicht unbedingt leichter zu verargumentieren. Auch der Kreuzzug gegen die Linke verfängt nicht. Und das «Zwei-Maß-gehen-allewei» von Herrn Beckstein ist indiskutabel.

Huber und Beckstein sind beide Akten-Politiker mit großer Sachkenntnis. Sie sind bekannt dafür, die Dinge abzuarbeiten. Die Verwaltungsreform, die Huber durchexerziert hat, ist dabei weniger gut in Erinnerung, die innenpolitischen Akzente, die Beckstein gesetzt hat, schon. Beckstein ist beliebter als Huber. Ein emotionaler Wahlkampf ist allerdings von beiden nicht zu erwarten gewesen.

Im Hintergrund sind bereits die Akteure Horst Seehofer und Markus Söder in den Startlöchern, um eventuell frei werdende Posten zu begleiten: Seehofer als Parteichef und der in Brüssel zum Staatsmann avancierte Söder als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten. Geht die Bayern-Wahl verloren, werden sie beginnen, parteiintern für sich zu werben. Ob ein weiteres Führungsduo der Partei im südlichsten Freistaat gut tun wird? Unter dem Alleinherrscher Stoiber kam die CSU bei der letzten Landtagswahl auf knapp 61 Prozent.

Alexander Görlach ist Ressortleiter von Cicero Online (www.cicero.de>>>). In loser Folge kommentiert er Politisches für die Netzeitung.

 
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