16.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Blogger reagieren unterschiedlich auf den Telefonscherz mit Ypsilanti
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Mit Häme, aber auch mit Verständnis für die hessische SPD-Chefin haben Blogger auf den Telefonscherz des Senders ffn reagiert. Auch mehrere Tageszeitungen befassten sich mit dem für Ypsilanti teils unvorteilhaften Gespräch.
«Es ist einfach nur unglaublich, wie wenig Humor diese Frau hat», beklagt Geekblogger in seinem Blog zu dem Telefonscherz des Senders ffn, in dem die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti mit dem falschen Franz Müntefering über Partiinterna plauderte. Seit einigen Tagen ist ein verkürzter Mitschnitt des Telefonats auf Youtube zu hören.
Das Dimido-Blog meint: «Wie sagt man gerne: 'Wichtige Angelegenheiten sollte man nicht am Telefon besprechen!' Dabei ist ihr Hass auf Koch von der CDU wieder herausgekommen. Ich finde das persönliche Feindschaften in einer Demokratie hinten anstehen müssen, auch wenn die Ergebnisse einer Wahl den Regierenden und Möchtegern-Regierenden nicht passen.»
Marcel verweist im Kiezer Weblog vom Klausenerplatz, dass der «ganze Streich knapp sieben Minuten dauert», aber auf Youtube nicht einmal zwei Minuten davon zu hören sind.
«Ist Ypsilanti eine Spaßbremse?»Doch nicht nur Kritik gab es für die hessische SPD-Vorsitzende. «Ist Andrea Ypsilanti eine Spaßbremse?», fragt Stefan Suppes im Blog von DCRS-Online, und er liefert gleich die Antwort. «Ich sage Nein! Das zeigt schon, dass sie über die ganze Aktion gelacht hat.» Bloggerin kenya01 zeigt sich allerdings im tagesspiegel.de-Forum davon überzeugt: «Das war kein Ulk, sondern eine Straftat.»
Jemand5 schreibt auf auf FIXMBR: «Frau Ypsilanti ist hier eigentlich kein Vorwurf zumachen, schließlich hat ihre Vorzimmerdame das Gespräch zu ihr durchgestellt. Sie konnte also nicht damit rechnen, das es ein Fake war.»
«Sie haben vielleicht sogar Humor»Mit dem Scherz des Radiosenders ffn befassen sich auch mehrere Tageszeitungen. Nach Einschätzung der «Süddeutschen Zeitung» gibt es sogar einen kleinen Trost für die hessische SPD-Politikerin: «Sie ist nicht die Erste, die auf einen Stimmenimitator hereingefallen ist.» So hatte sich bei Ségolène Royal mitten im französischen Präsidentschaftswahlkampf der angebliche Regierungschef von Québec gemeldet.
Die «Frankfurter Rundschau» schreibt: «Vielleicht hätten Sie, wenn Sie die SPD wären, noch die Kraft und Souveränität, das mehr oder weniger komische Ding auf der eigenen Homepage zu veröffentlichen, etwa im Rahmen einer kleinen Kampagne: 'Wer uns wählt, hat immer Anschluss!' Dass Andrea Ypsilanti in dem Telefonat von irgendeiner Position abgewichen wäre, ist übrigens bisher nicht überliefert. Sie sind aber nicht die SPD. Sie haben vielleicht sogar Humor.» (nz)