Diskussion über Militärengagement:
Regierung intensiviert Hilfe für Afghanistan
09.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Deutschland ist mit derzeit 3270 Bundeswehr-Soldaten drittgrößter Truppensteller der Isaf-Schutztruppe. Die Obergrenze soll von derzeit 3500 Soldaten auf 4500 aufgestockt werden. Dem Bericht zufolge ist die Bundesrepublik für den Zeitraum von 2002 bis 2010 mit rund 1,1 Milliarden Euro viertgrößter Geber beim zivilen Wiederaufbau. Die Bundesregierung stellt bis 2010 jährlich 140 Millionen Euro für den Wiederaufbau bereit. Das Entwicklungsministerium hatte am Montag für 2008 zusätzlich 30 Millionen Euro zur Linderung der Nahrungsmittelkrise zugesagt.
Als einen Schwerpunkt nannte Wilhelm die Unterstützung der Präsidentschaftswahlen 2009 und der Parlamentswahlen 2010. Gemeinsam mit anderen internationalen Partnern will Deutschland bei der Wählerregistrierung und Erstellung eines Personenstandsregisters sowie einer unabhängigen afghanischen Wahlkommission helfen.
Der Bundestag hatte die deutsche Beteiligung im Herbst 2006 nach dem 33-Tage-Krieg im Libanon beschlossen und ein Jahr später bis September 2008 verlängert. Für 17 Monate hatte Deutschland sogar das Kommando über den internationalen Flottenverband, dessen Hauptaufgabe es ist, den Waffenschmuggel zu verhindern. Anfang März gab die Bundeswehr die Führung an Italien, Frankreich, Spanien und Portugal ab. Die Obergrenze für den Bundeswehreinsatz soll nun von 1400 auf 1200 Soldaten gesenkt werden. Der Bundestag soll in der kommenden Woche über die Verlängerung des Einsatzes bis zum 15. Dezember 2009 abstimmen.
Wegen der Bundestagswahl am 27. September 2009 gilt das neue Mandat für 15 Monate statt wie üblich für zwölf. Unifil ist eine der längsten friedenserhaltenden Missionen in der Geschichte der Vereinten Nationen. 1978 beschloss der UN-Sicherheitsrat erstmals die Stationierung von Blauhelm-Truppen im Süden des arabischen Landes. Ihr derzeitiger Auftrag besteht in der Aufrechterhaltung des Waffenstillstands an der 121 Kilometer langen so genannten «Blauen Linie» zwischen Israel und dem Libanon.
Die Bundeswehr ist im Rahmen der Isaf-Mission für die Sicherheit in Nordafghanistan zuständig. Seit Beginn der Afghanistan-Mission 2002 sind bereits 26 Bundeswehrsoldaten ums Leben gekommen. (AP/dpa)

