08. Sep 2008 12:50
Die größte Herausforderung der SPD bleibt die Linkspartei. Ex-Parteichef Beck war in dieser Frage an seiner Unentschlossenheit gescheitert. Müntefering und Steinmeier könnten die Wende schaffen. Doch schon gibt es Stimmen für ein «Weiter-wie-bisher».
Da die SPD mit Münteferings Wiederkunft strategisch an der Vor-Beck-Ära ansetzt, stellen sich auch die Fragen von damals neu: Wie kann die SPD gegen die linken Sozialromantiker bestehen, ohne Oskar Lafontaines Trupp inhaltlich nachzueilen? Wird das neue Spitzenduo das Glaubwürdigkeitsproblem der SPD lösen, die sich einst gegen jede Zusammenarbeit mit der Linkspartei aussprach? Nun solle Steinmeier die L-Frage beantworten, verlangen CDU und CSU einstimmig. Vom «Lackmustest für Steinmeier» sprach Pofalla, und nahm damit sprachlich Anleihe bei FDP-Chef Guido Westerwelle. Die Richtung für eine mögliche Replik gab SPD-Fraktionschef Peter Struck schon vor: «Wir haben einen klaren Beschluss gefasst: Die Landesverbände entscheiden das alleine.» Die hessischen Sozialdemokraten hatten schon am Sonntag betont, dass sie ungeachtet des Rücktritts von Beck an ihren Plänen für einen Regierungswechsel mit Hilfe der Linkspartei festhalten. Wollen Müntefering und Steinmeier den SPD-Kahn von links auf die Flussmitte zurücksteuern, müssen sie es bald tun.