07. Sep 2008 13:34, ergänzt 14:45
Es kam Schlag auf Schlag: Zunächst wurde vorzeitig bekannt, dass Außenminister Steinmeier SPD-Kanzlerkandidat wird, dann sickerte durch: Beck gibt auf. Kurz darauf die nächste Überraschung: Der Nachfolger steht auch schon fest.
Den Rücktritt hatte zuerst der SWR unter Berufung auf Parteikreise gemeldet. Dann berichteten die «Berliner Zeitung», die «Frankfurter Rundschau» sowie die «Rheinische Post», dass Müntefering Beck nachfolgen werde. Schon seit Samstagabend war gemeldet worden, dass die SPD mit Steinmeier als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf ziehen will.Nach dem Rücktritt des Vorsitzenden würde zunächst einer der Stellvertreter kommissarischer Parteichef - angesichts der herausgehobenen Stellung voraussichtlich Steinmeier. Der neue reguläre Vorsitzende würde dann auf einem Parteitag gewählt.
Bestätigungen für die Medienberichte gab es zunächst nicht. Zahlreiche Journalisten und Kamerateams warteten in Werder auf den Beginn einer ursprünglich bereits für Sonntagmittag angesetzten Pressekonferenz.
Die engste Spitze um Beck, seinen Stellvertreter, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, und Bundestagsfraktionschef Peter Struck hatte sich zuvor zu separaten Beratungen in ein nahegelegenes Privathaus zurückgezogen. Auf der Klausur sollte Steinmeier als SPD- Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2009 ausgerufen werden.