Krise der Sozialdemokraten:
Beck tritt als SPD-Chef zurück
Nach dem Rücktritt des Vorsitzenden würde zunächst einer der Stellvertreter kommissarischer Parteichef - angesichts der herausgehobenen Stellung voraussichtlich Steinmeier. Der neue reguläre Vorsitzende würde dann auf einem Parteitag gewählt.
Bestätigungen für die Medienberichte gab es zunächst nicht. Zahlreiche Journalisten und Kamerateams warteten in Werder auf den Beginn einer ursprünglich bereits für Sonntagmittag angesetzten Pressekonferenz.
Die engste Spitze um Beck, seinen Stellvertreter, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, und Bundestagsfraktionschef Peter Struck hatte sich zuvor zu separaten Beratungen in ein nahegelegenes Privathaus zurückgezogen. Auf der Klausur sollte Steinmeier als SPD- Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2009 ausgerufen werden.
SPD-Fraktionsvize Klaas Hübner erklärte mit Blick auf die Spekulationen der vergangenen Tage, die Klausurtagung sei «ein geeigneter Zeitpunkt» für eine Nominierung Steinmeiers. «Die Kanzlerin hat den Wahlkampf eröffnet am vergangenen Freitag, und wir haben darauf heute angemessen reagiert. Ich denke, die Entscheidung wird sein, dass Frank-Walter Steinmeier heute Kanzlerkandidat wird.» Eigentlich wollten Beck und sein Stellvertreter Steinmeier auf der Klausurtagung ein gemeinsames Eckpunktepapier zur Vorbereitung auf die Bundestagswahl 2009 vorstellen. Außerdem sollten Vorschläge zur Entlastung der Bürger von der Energiepreisexplosion verabschiedet werden.
An der Klausur unter Leitung Becks nahmen das gesamte Präsidium der SPD, der Fraktionsvorstand sowie die sozialdemokratischen Bundesminister und Ministerpräsidenten. (AP/dpa)
