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Ermittlungen gegen Terror-Verdächtige: 

Spitzel unterwanderten Sauerland-Gruppe

07. Sep 2008 10:49
Bis zur Festnahme der Terror-Verdächtigen wurden viele Informationen gesammelt
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Im Geheimen wollten die Islamisten mutmaßlich gewaltige Bomben bauen. Doch ein dichtes Netz von V-Leuten hatte meist ein Auge auf sie. Sogar ein WG-Mitbewohner sammelte fleißig Daten für die Ermittler.

Die «Sauerland-Terrorgruppe» um Fritz Gelowicz ist nach Informationen des «Spiegels» schon früh von Geheimdiensten und der Polizei unterwandert worden. Wie das Magazin vorab berichtete, fand eine Lieferung von 26 militärischen Zündern an die Gruppe im August 2007 unter den Augen der CIA und eines türkischen Geheimdienstes statt.

Einer der Islamisten, der die Zünder in Istanbul besorgt habe, sei seit Jahren Informant der amerikanischen und türkischen Sicherheitsbehörden, heißt es in dem Bericht. Nach der Identifizierung der Terrorzelle im süddeutschen Raum habe die deutsche Polizei zudem zwei Vertrauenspersonen an den mutmaßlichen Terroristen Daniel Schneider herangespielt.

Einer der Informanten sei für sechs Wochen in eine Saarbrücker Wohngemeinschaft gezogen, in der sich auch Schneider aufgehalten habe. Von dort habe der Informant Details über dessen Tagesablauf und Schneiders Laptop an die Behörden weitergeleitet. Die Vertrauensperson habe «wertvolle Informationen zu Schneider und seinen Kontaktpersonen» geliefert, zitierte der «Spiegel» aus einem Vermerk der Ermittler.

Anschläge mit «möglichst hoher Opferzahl» geplant

In der vergangenen Woche hatte die Bundesanwaltschaft Anklage gegen Gelowicz und Schneider sowie den Türken Adem Yilmaz erhoben. Sie wirft ihnen unter anderem Mitgliedschaft in einer ausländischen und inländischen terroristischen Vereinigung, Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens sowie Verabredung zum Mord und zu einem Sprengstoffverbrechen vor.

Schneider wird darüber hinaus versuchter Mord zur Last gelegt. Das Trio war am 4. September 2007 in einer spektakulären Aktion im sauerländischen Medebach-Oberschledorn festgenommen worden. Laut Bundesanwaltschaft planten die Männer Anschläge «mit einer möglichst hohen Opferzahl» auf amerikanische Einrichtungen in Deutschland. Schon vor der Festnahme hatten Ermittler heimlich zwölf Fässer mit Chemikalien ausgetauscht, die offenbar zum Bombenbau dienen sollten. (AP)

 
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