Eckart von Klaeden (CDU), der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, sagte «Spiegel Online», angesichts des Zustands der SPD sei die Entscheidung für Steinmeier nicht überraschend. «Aber angesichts der internationalen Entwicklung ist der Zeitpunkt der Entscheidung schwierig. Denn Deutschland braucht einen Außenminister, der sich zu hundert Prozent seiner Aufgabe widmet.» Er hoffe, «dass es Steinmeier gelingt, trotz der parteipolitischen Herausforderung seinem wichtigen Amt gerecht zu werden».Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Ruprecht Polenz (CDU), sagte ebenfalls «Spiegel Online»: «Ich habe die Sorge, dass die Erwartungen der SPD an ihren neuen Kanzlerkandidaten den Außenminister von einer sachbezogenen Außenpolitik abbringen könnten.»
Im Wahlkampf will die SPD unter anderem die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern zu einem Schwerpunkt machen. Die bisherige Benachteiligung von Frauen müsse beendet werden, heißt es in dem elfseitigen Papier von Beck und Steinmeier, das bei der Klausurtagung beschlossen werden soll. Es liegt der Deutschen Presse-Agentur dpa vor. Darin wird weiter eine Entlastung für untere und mittlere Einkommen durch Senkung der Sozialabgaben angekündigt. Dagegen sollen Spitzenverdiener und besonders Vermögende durch eine «gerechte Besteuerung» stärker zur Finanzierung von öffentlichen Aufgaben herangezogen werden.
Einen weiteren Schwerpunkt will die SPD im Wahlkampf bei der Energiepolitik setzen. Durch eine ambitionierte Energie- und Klimapolitik könnten in Deutschland die Energiekosten bis 2020 um knapp 20 Milliarden Euro gesenkt und 500 000 zusätzliche Stellen geschaffen werden. «Aus veralteten Techniken wie der Kernenergie werden wir aussteigen», heißt es weiter. Im Bildungsteil plädiert die SPD für Gebührenfreiheit vom Kindergarten bis zum Studium. Der Bildungserfolg in Deutschland soll nicht länger vom Geldbeutel der Eltern und von der sozialen Herkunft abhängig sein. (nz/dpa)