06. Sep 2008 10:10
Frank-Walter Steinmeier wird Kanzlerkandidat. Muss er werden. Sonst hat die SPD keine Chance, bei der nächsten Bundestagswahl über die 30 Prozent-Marke zu kommen, kommentiert
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Ob Steinmeier bereits am Wochenende in Schwielowsee nominiert wird, bleibt offen. Es heißt, Kurt Beck möchte sich die Möglichkeit seiner Kandidatur so lange wie möglich erhalten. Beck hat in seinem eher strukturkonservativen Bundesland keine Vorliebe für allzu linke Positionen erkennen lassen. Er ist seinem Instinkt gefolgt, als er damit begann, die SPD von der Bürde der Agenda-Politik zu befreien. Franz Müntefering ist dieser Strategie zum Opfer gefallen. Nun ist «Münte» wieder zurück auf der politischen Bühne. Er ist ein politischer Freund Steinmeiers. Er wird hinter den Kulissen ordentlich rühren, um ihn zum Kandidaten proklamieren zu lassen.
Die Frage nach dem Kanzlerkandidaten ist eng mit dem verknüpft, was in den nächsten Wochen in Hessen passieren wird. Scheitert der Linkskurs von Andrea Ypsilanti, scheitert Kurt Beck. Geht die Links-Rechnung auf, wird Steinmeier scheitern. Denn: In einer Partei, die dann in Hessen nach links gerückt sein wird und Ähnliches für 2009 im Saarland plant, kann kein Agenda-Politiker wie Steinmeier mehr Kanzlerkandidat werden.
Franz Münterfering steht für die Rente mit 67 und damit für eine vernünftige und solide Politik. Frank-Walter Steinmeier hat schon den Wunsch geäußert, mit Franz Müntefering an der Seite arbeiten zu wollen. Nur diese beiden Politiker sind in der Lage, die SPD zu retten. Das heißt: 30 plus im kommenden Jahr bei der Bundestagswahl. Dazu muss Frank-Walter Steinmeier Kanzlerkandidat werden.Alexander Görlach ist Ressortleiter von Cicero Online. In loser Folge kommentiert er Politisches für die Netzeitung.