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Nachtflugverbot in Frankfurt: 

Hessens Grüne attackieren SPD

04. Sep 2008 19:29
Nachts soll es hier keine Starts geben, meinen die Grünen
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Neuer Stress für Ypsilanti: Nach einem Beschluss ihrer Partei zum Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen reagiert der Bündnispartner sehr gereizt. Die FDP wittert eine «Sollbruchstelle» für Rot-Grün-Rot.

Noch vor Beginn erster Bündnisgespräche ist in Hessen Streit zwischen SPD, Grünen und Linken über den Ausbau des Frankfurter Flughafens ausgebrochen. Grünen-Chef Tarek Al-Wazir warf der SPD am Donnerstag in Wiesbaden vor, das Ziel eines Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen aufgegeben zu haben. Die hessische Linkspartei beharrte ebenfalls auf einem Nachtflugverbot und wies zudem die SPD-Forderung zurück, wonach die Linke vorab allen Landeshaushalten bis 2013 zustimmen soll.

«Die SPD hat offenbar jeden politischen Anspruch zur Reduzierung der Lärmbelastung der Menschen im Rhein-Main-Gebiet aufgegeben», sagte Grünen-Chef Tarek Al-Wazir. Bislang habe zwischen SPD und Grünen Einigkeit bestanden, dass eine neue Landesregierung auf politischem Wege versuchen müsse, noch ein generelles Nachtflugverbot zu erreichen. Die SPD hatte in einem am Mittwochabend von Landesvorstand und Parteirat verabschiedeten Papier erklärt, sie wolle ein Nachtflugverbot nur noch innerhalb der gerichtlichen Auseinandersetzung herbeiführen.

Klage gegen 17 Nachtflüge

Der im Dezember 2007 erlassene Planfeststellungsbeschluss sieht bis zu 17 geplante Nachtflüge in Frankfurt vor. Der Beschluss wird derzeit vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel beklagt. Der Landesvorsitzende der Linken, Ulrich Wilken, sagte, seine Partei werde die SPD in den nun anstehenden Gesprächen an ihre Wahlversprechen erinnern. Zudem betonte er, es werde von der Linkspartei «keinen Blankoscheck zum Haushalt geben». Dennoch sei die Tür für die nun anstehenden Gespräche zwischen SPD, Grünen und Linken weiter offen.

Forderungen nach einer Distanzierung vom DDR-Unrecht sowie ein Bekenntnis zu Parlamentarismus und Verfassung seien für die Linke kein Problem, sagte Wilken: «Wir stehen auf dem Boden des Grundgesetzes und der hessischen Verfassung.» Er sei sich zudem «zu 100 Prozent sicher», dass keiner der sechs hessischen Abgeordneten der Linkspartei mit der Stasi zusammengearbeitet habe. Unproblematisch sei aus seiner Sicht auch die SPD-Forderung, wonach die Linke sich aus dem Abstimmungsverhalten Hessens im Bundesrat heraushalten soll, sagte Wilken. Es sei klar, dass dies zwischen den Koalitionspartnern festgelegt werde.

Die hessische FDP bezeichnete den Flughafenausbau als «Sollbruchstelle» eines Linksbündnisses in Hessen. «Aus unserer Sicht ist das Scheitern des Irrweges Rot-Grün-Rot in Hessen ein weiteres Stück vorangekommen», sagte FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn.

Umfragen sehen klare Mehrheit für Schwarz-Gelb

Ein Linksbündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei stößt in Hessen mehrheitlich auf Ablehnung. Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Hessischen Rundfunks ergab, halten 76 Prozent der Wahlberechtigten eine von der Linken tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung für weniger gut oder schlecht, nur 22 Prozent für gut oder sehr gut. 57 Prozent sind für Neuwahlen in Hessen. Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl, käme die CDU derzeit auf 39 Prozent, die SPD auf 28 Prozent, die FDP auf zwölf, die Grünen auf elf sowie die Linke auf sieben Prozent. Damit könnten CDU und FDP auf eine deutliche Mehrheit hoffen. (AP)

 
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