04. Sep 2008 11:43, ergänzt 14:09
Ein Plakat der Antikriegsbewegung sorgt für Aufregung. Der Tod deutscher Soldaten als Beitrag zur Abrüstung – das ist vielen zuviel. Die Friedensbewegung hat ein Problem.
Doch das zynische Produkt wird auf der gemeinsamen Webseite des berlin-brandenburgischen Landesverbandes der deutschen Friedensgesellschaft und des Büros für antimilitaristische Maßnahmen (Bamm) angeboten. Und das seit Jahren, wie der Bundessprecher der Friedensgesellschaft, Monty Schädel, betont. Die Landesverbände dürften autonom handeln, auf den Diskurs lege man hohen Wert, erläutert er. Innerhalb der dfg-vk kritisiere eine große Mehrheit die mit dem Plakat betriebene Form der Auseinandersetzung. Eine Minderheit halte diese «drastische Form» jedoch für richtig.Doch angesichts der öffentlichen Kritik wird das Plakat für die Vereinigung zum Problem. Unabhängig von ihrer Grundhaltung, militärische Mittel zur Konfliktlösung abzulehnen, geht die Friedensgesellschaft auf Distanz: Er halte «das satirische Plakat für eine unangemessene Form der Auseinandersetzung mit der Problematik deutscher Kriegsbeteiligung», beeilt sich Schädel zu erklären. «Der Zynismus des Plakates ist für uns schwer erträglich.» Genugtuung über den Tod eines Menschen sei mit dem Weltbild der Mitglieder unvereinbar. Für Peter Strutynski vom Bundesausschuss Friedensratschlag wurde der Friedensbewegung «ein Bärendienst erwiesen», da sie nun Angriffen, Verdächtigungen und Verleumdungen ausgesetzt sei, die sie nicht verdient habe.