CSU die Geschichte ihres Einflusses
02.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
1962: Mit der «Spiegel»-Affäre stürzt Strauß, mittlerweile CSU- Chef und Verteidigungsminister, Adenauers Regierung aus Union und FDP in eine schwere Krise. Strauß verliert sein Ministeramt.
1966: In der ersten großen Koalition unter Kurt Georg Kiesinger wird Strauß Finanzminister. Mit SPD-Wirtschaftsminister Karl Schiller arbeitet er harmonisch zusammen («Plisch und Plum»).
1969: In der nachfolgenden 13-jährigen Opposition werden Strauß und die CSU zur Speerspitze der Kritik an der sozialliberalen Ostpolitik. Die Verträge mit Moskau, Warschau und der DDR kann die Union jedoch nicht stoppen.
1980: Kohl überlässt Strauß die Kanzlerkandidatur, der die Wahl verliert. Kohl hat sich endgültig gegen seinen Rivalen durchgesetzt. 1982 wird Kohl durch ein Misstrauensvotum Kanzler. Ausgerechnet der DDR-Gegner Strauß besorgt der DDR 1983 einen Milliardenkredit.
1990: Mit der Wiedervereinigung verliert die CSU im größer gewordenen Deutschland an Gewicht. In der Bundestagsfraktion stellt sie nach 22 Prozent nur noch 16 Prozent der Abgeordneten.
2008: Seit der Ablösung Stoibers durch die Doppelspitze Günther Beckstein (Ministerpräsident) und Erwin Huber (Parteichef und Finanzminister) scheint die Durchsetzungsfähigkeit der CSU in der Bundespolitik weiter zu schwinden. So konnten sich Huber und Beckstein bislang mit ihrer Forderung nicht durchsetzen, die alte Pendlerpauschale wieder einzuführen. Auch die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag haben zu dem Bedeutungsschwund beigetragen: Von dem Mehrheitsverhältnissen her wäre die Große Koalition unter Führung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestag heute nicht auf die Stimmen der CSU angewiesen. (dpa)

