02.09.2008
Herausgeber: netzeitung.de
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Günther Beckstein (CSU), Franz Maget (SPD), Sepp Daxenberger (Grüne), Martin Zeil (FDP) und Hubert Aiwanger (Freie Wähler) - sie treten an vorderster Front für ihre Parteien an. Die Netzeitung stellt sie vor.
Günther Beckstein: Wenige Wochen vor seinem 64. Geburtstag ging für Günther Beckstein im Oktober 2007 ein Traum in Erfüllung: Er wurde zum Ministerpräsidenten und Nachfolger Edmund Stoibers gewählt - und das als Protestant aus Franken im katholisch geprägten Freistaat. Zweimal waren Becksteins Karrierehoffnungen zuvor an Stoiber gescheitert. Beckstein, der 1974 erstmals in den Landtag eingezogen war, hatte sich als Innenminister bundesweit einen Namen gemacht, vor allem als Hardliner und «schwarzer Sheriff». Dies ist aber nur ein Gesicht Becksteins. Wo es nur geht sucht er den Dialog, gilt als bürgernah, warmherzig und parteiintern als ausgewiesener Mannschaftsspieler. In der Bevölkerung ist er beliebt, auch wenn seine Umfragewerte nach den CSU-Querelen vom Frühjahr, dem Transrapid-Aus und dem Landesbank-Debakel etwas litten.
Franz Maget: Wenn den SPD-Spitzenkandidaten eine Eigenschaft besonders auszeichnet, dann ist es wohl sei unverwüstlicher Optimismus. Obwohl die SPD in Bayern in Umfragen seit Jahren kaum über die 20-Prozent-Marke hinauskommt, gibt sich der 54-Jährige stets zuversichtlich. Und auch wenn sich sein Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung nach wie vor in Grenzen hält, so kommt er im persönlichen Gespräch mit seiner offenen und freundlichen Art fast überall gut an.
Maget ist seit dem Jahr 2000 Chef der SPD-Landtagsfraktion. In die Partei war der Oberbayer Anfang der 70er Jahre eingetreten, 1997 wurde er zum Chef der Münchner SPD gewählt. Im Jahr 2003 führte er die Bayern-SPD bereits einmal in einen Landtagswahlkampf, hatte gegen Edmund Stoiber aber nicht den Hauch einer Chance. Nun will es Maget wieder wissen - und hofft erneut auf einen Machtwechsel.
Sepp Daxenberger: Aus Sicht der CSU dürfte der 46-jährige Grüne in der falschen Partei sein - Daxenberger ist bodenständig, Bio-Bauer und konservativ. Mit ihm als alleinigem Spitzenkandidaten wollen die bayerischen Grünen der CSU Stimmen abgraben. Vieles an Daxenberger scheint idealtypisch bayerisch: Aufgewachsen ist er im Alpenvorland auf dem elterlichen Hof, den er mit 24 Jahren übernahm. Bei den Grünen ist er seit deren Anfangszeiten Anfang der 80er Jahre. 1996 wurde er tief im CSU-Kernland im heimatlichen Waging am See zum ersten Grünen-Bürgermeister Bayerns gewählt und amtierte dort bis zum Frühjahr dieses Jahres. Seit 2002 ist Daxenberger, der in den vergangenen Jahren eine schwere Krebs-Krankheit bekämpfte, auch Landesvorsitzender der Grünen.
Martin Zeil: Der FDP-Spitzenkandidat ist im Freistaat tief verwurzelt. In München geboren und im oberbayerischen Gauting aufgewachsen, hat der 52-Jährige den größten Teil seiner politischen und beruflichen Karriere in Bayern verbracht. 2005 zog es ihn nach Berlin, wo er als Bundestagsabgeordneter seinen Wahlkreis München- Land vertritt. Nach dem Jura-Studium arbeitete Zeil als Rechtsanwalt und für eine Münchner Privatbank. Parallel gehörte er seit den 80er Jahren dem Bezirks- und Landesvorstand der FDP an. Der Finanzexperte ist seit 1974 Mitglied der FDP. Im Februar 2007 wurde Zeil Generalsekretär der bayerischen FDP.
Hubert Aiwanger: Bodenständig lebt der 37-jährige Landwirt und studierte Agraringenieur im niederbayerischen Flecken Rahstorf auf einem Hof mit 20 Kühen und 50 Zuchtsauen. Seit 2006 ist Aiwanger Vorsitzender der Freien Wähler (FW) und hat mit teilweise markigen Sprüchen von sich reden gemacht. Der CSU warf der eigentlich brav und bescheiden im Trachtenjanker auftretende Aiwanger vor, sie sei «korrupt und gekauft». Kürzlich löste er Unzufriedenheit sogar in den eigenen Reihen mit der Forderung nach der Zerschlagung der Marktmacht der Konzerne aus. Aiwanger trat 2001 den Freien Wählern bei. Bei der bürgerlichen Konkurrenz der CSU, die vor allem in den Kommunen stark ist, hatte er eine steile Karriere gemacht und sich innerhalb von fünf Jahren vom Ortsvorsitzenden über den Kreis- und Bezirkschef zum Landesvorsitzenden hochgearbeitet.
Die Linke hat keinen landesweiten Spitzenkandidaten. Im wichtigen Bezirk Oberbayern steht der Gewerkschaftler und WASG-Mitgründer Fritz Schmalzbauer auf dem ersten Listenplatz.